Beiträge von stephan_k

    Moin,

    ich fahre auch einen 470er-Spi. Der passt tatsächlich ganz gut und ist auch bei stärkerem Wind noch sehr gut zu handhaben.

    Bei wenig Wind wünsche ich mir manchmal einen mit noch etwas mehr Fläche, aber 1-2 Knoten mehr läuft die Lis raumschots auch mit dem vom 470er...

    Der Spibaum vom 470er war mir allerdings ein Stück zu kurz, weshalb ich mir aus 25er Alurohr auch selbst einen gebaut habe, der ca. 2,05m lang ist.

    Mit den Strippen wollte ich auch eine möglichst einfache Lösung, ganz ohne Toppnant und Niederholer war mir das aber zu labberig.

    Ich habe jetzt einen Gummistropp als Toppnant und kann mit dem am Mastfuß angeschlagenen Niederholer den Spibaum ganz gut einstellen.

    Das Bild zeigt noch das "experimentelle" Setup, mittlerweile sind die Leinen etwas professioneller am Spibaum angeschlagen.

    Die Schoten führe ich entweder durch die nach achtern geschobenen Genuablöcke, oder einfach durch die Festmacherklampen am Heck, je nachdem, ob wir zu zweit oder dritt segeln...


    LG

    Stephan


    Moin Hollis,


    das sehe ich anders. Selbstverständlich wird der Mastfall den Segeldruckpunkt verändern und damit auch die Luv-/Leegierigkeit. Mast weiter nach hinten gekippt ergibt einen achterlicheren Segeldruckpunkt (bei gleicher Mastfußstellung). Mein Ziel ist mehr Riggspannung und dazu einen größeren Winkel zwischen Wanten und Mast. Wenn ich den Mastfuß nach achtern schieben würde, um mehr Luvgierigkeit zu erreichen, und dabei den Mastfall so lasse, mache ich den Winkel zu den Wanten ja kleiner, was ich gerade nicht will. Erklärtes Ziel ist ja vor allem möglichst viel Zug auf dem Vorstag und auf ein Achterstag möchte ich aus praktischen Gründen gern verzichten...


    Wie gesagt, ich taste mich da ran. So gut kenne ich das Boot einfach noch nicht und ich möchte die alte Dame nicht unnötig quälen.

    Morgen ist wieder eine Testfahrt angesagt. Es wird sicher nicht die letzte sein...


    LG

    Stephan

    Hallo Sonnenschuss,

    das hast du gut erkannt. Das konkave Vorstag hat mich auch gestört. Ich habe mich allerdings vorerst ehrlich gesagt nicht getraut, das noch mehr anzuballern. Im Stand war da schon ordentlich Zug auf den Wanten. Ich werde aber den Mastfall noch etwas nach hinten erhöhen, da ich es gern noch etwas luvgieriger habe, dann geht da wahrscheinlich auch noch was in der Riggspannung. Da taste ich mich bei dem alten Boot so langsam ran, das ist ja schließlich kein 470er...

    Das Fockfall muss ich erst noch erneuern, bevor man das mehr durchsetzen kann. Die alte Leine dehnt sich deutlich zu stark. Das hatte ich bei der ersten Testfahrt schon bemerkt und das hat sich jetzt bei deutlich frischerem Wind natürlich viel mehr ausgewirkt. Wendewinkel am Wind war jetzt deutlich über 100°. X/

    Es ist noch längst nicht alles perfekt an dem Kahn, aber er macht jetzt schon sehr viel Spaß, trotz der alten Lappen, die ich da hochziehe. Eine neue Fock wird wohl das erste sein, was ich mir gönne. Das Knattern der ausgewehten Lieken nervt auf Dauer ganz schön und wenig Wind ist hier oben ja eher selten...


    LG

    Stephan

    Moin in die Runde,


    nachdem ich letztes Wochenende schon mal eine Testfahrt auf der Warnow bis raus auf die Ostsee machen konnte, bin ich dieses Wochenende mit meinen beiden großen Jungs mal von Barhöft nach Hiddensee gefahren.

    Slippen in Barhöft ist sehr bequem, Auto und Trailer finden direkt neben der Sliprampe einen Platz. Kostenpunkt sind 15€ (6€ rein/raus slippen, 9€ parken).

    Die Rampe ist recht steil, für die Lis aber sehr gut geeignet. Der Hafenmeister ist von 11.00 Uhr bis 16:00 Uhr nicht da! Rausfahren geht aber immer auch ohne Personal, die Schranke öffnet dann automatisch.

    Der Wind blies zunächst mit 3-4 aus Ost, so dass wir in der Landabdeckung an der Westseite von Hiddensee bis nach Kloster zum Strand hochgefahren sind. Traumhaft!

    Kurz bevor die Steinbefestigung beginnt, kann man ganz gut anlanden. Der betonnte Badebereich ist hier auch unterbrochen, so dass man theoretisch wohl auch mit Motor bis an den Strand kommt. Wir haben den Motor aber nur für die Hafenmanöver in Barhöft benutzt.

    Auf dem Rückweg frischte es dann ordentlich auf. In Böen hatten wir eine gute 5, dank kleiner Fock und nicht originalem, kleineren Großsegel aber kein Problem. Spitzengeschwindigkeit >7 Knoten, Schnitt auf der Rückfahrt fast 6 Knoten. Und das mit fast 200kg Lebendballast, es hat wirklich Spaß gemacht... Leider habe ich von dem wilden Ritt keine Fotos, da zu sehr mit Segeln beschäftigt... ^^

    Fazit: Ich bin von dem Boot und seinen Segeleigenschaften sehr angetan und denke noch über ein Trapez nach. Leider hat sich aber auch gezeigt, dass meine Segel ziemlich fertig sind. Da muss was neues her... Jedenfalls macht es Lust auf mehr!!!


    Schöne Grüße von der Ostsee

    Stephan


    Moin Josef,

    an so ein Einbaufenster zum Öffnen habe ich auch schon gedacht. Allerdings ist gerade das vordere Fenster ziemlich stark "gebogen". Ob man das vernünftig eingesetzt bekommt? Ich habe mir dann überlegt, dass man die doch relativ große Fensteröffnung dafür ohnehin verkleinern müsste. Da ist mir dann der Gedanke gekommen, das Fenster gleich ganz wegzulassen.

    Dein Argument mit dem Ankern finde ich nachvollziehbar. Gerade wenn man über Nacht ankert, beim ersten Tageslicht mal einen kurzen Rundumblick machen, ob man noch am Platz liegt und sich dann wieder hinzuhauen, klingt sehr vernünftig. Da komme ich schon wieder ins Grübeln...

    Meine Fenster sind wohl mit sowas wie Sikaflex geklebt und dann noch mit einer Metallleiste verschraubt. Sieht auch nicht wirklich schön aus, scheint aber dicht zu sein. Erst einmal bleibt es so... Wenn wir dann im Winter in der x.ten Welle dieser unsäglichen Pandemie sein sollten, kann ein aufwändiges Bastelprojekt aber auch nicht schaden ;) Mal sehen...


    Gruß von der mittlerweile sommerlichen, aber noch viel zu kalten Ostsee

    Stephan

    Hallo Karl-Heinz,


    also ich habe das mal ausprobiert und leider keine einzige Sitzposition gefunden, in der ich ernsthaft segeln würde und dabei durch das vordere Fenster genug sehe. Selbst wenn ich mich direkt in das offene Kajütschott setze, ist die Sicht doch sehr eingeschränkt, ganz abgesehen davon, dass das alles andere als bequem ist. Wenn ich weiter hinten in der Plicht sitze, kann ich durch das Fenster allenfalls Hindernisse sehen, die mehr oder weniger direkt voraus liegen. Ich hab allerdings auch die alte Bauform (Bj '74), vielleicht sind bei dir die Fenster größer und höher...

    Mich stört ja schon das viel zu kleine Fenster in meiner Genua. Da kommt bei der nächsten Anschaffung definitiv auch ein deutlich größeres rein. Bei der alten lohnt sich das nicht mehr...

    Jedenfalls denke ich, dass bei meinem Boot die Fenster lediglich die Funktion haben, Licht reinzulassen. Und dazu sollten die seitlichen wohl ausreichen.

    Da aber das Zulaminieren der Fensteröffnung auch nicht gerade wenig Arbeit ist, werde ich mir das diese Saison nochmal überlegen. Bis jetzt halten die Fenster ja dicht...


    LG

    Stephan

    Moin in die Runde,


    mein Jolli nimmt so langsam Gestalt an. Jetzt soll ja auch das Wetter sommerlicher werden, so dass ich dieses Wochenende auf die Tube drücke, das Boot ins Wasser zu bekommen.

    Was mir noch gar nicht gefällt, sind die Kajütfenster, aber sie scheinen erst einmal dicht zu sein, so dass ich sie für diese Saison wohl so lassen werde, wie sie sind.


    Dabei ist mir aber der Gedanke gekommen, dass das vordere Fenster doch eigentlich gar nicht gebraucht wird, oder? Ich überlege tatsächlich, das Fenster einfach zu entfernen und die Öffnung mit Laminat zu verschließen, dann spachteln, lackieren und fertig. Dann ist da vorn auf jeden Fall alles dicht und optisch sollte das auch eher besser aussehen...


    Was habt Ihr für Erfahrungen? Braucht man das Fenster? :/


    LG an alle

    Stephan

    Wow, da steckt wirklich viel Ideenreichtum und ein langer Atem drin... Für mich ergibt das alles auch in der Theorie absolut Sinn.

    Ich bin mir fast sicher, dass ich den nächsten Winter nutzen werde, um meine Ruderanlage nochmal anzupacken.

    Das Problem mit dem losen Backskistendeckel werde ich vorerst anders lösen, mit einer Fertigluke von AWN, die auch gleich ein (wenn auch sehr simples) Schloss enthält. Damit entfällt dann das nervige Vorhängeschloss und ich hoffe, dass das ganze dann auch schön wasserdicht ist.

    Bei meinem alten Boot kann ich nicht mit Euren tollen Innovationen mithalten, aber sehr vieles bringt mich auch auf Ideen...

    Also Danke auch dafür, dass Ihr das alles so schön teilt und dokumentiert!


    LG

    Stephan

    Hallo Harald,

    danke für die Einladung, da komme ich vielleicht tatsächlich gern mal drauf zurück, schon allein, um dein Boot mal zu sehen. Ich hab das Gefühl, du hast die bestausgestattete Lis, die es gibt.

    Mein Boot muss erstmal fertig werden. Leider haben die Temperaturen bei uns es bisher nicht zugelassen, das Unterwasserschiff fertig zu lackieren, aber bis Pfingsten sollte ich das schaffen. Im Moment ist es hier sowieso noch zu kalt zum Segeln...


    Schönes Wochenende noch

    Stephan

    Mensch Harald, ich bin ja schwer begeistert, was alles an Technik in deinem Boot steckt. Die Idee mit dem Akku im Bug fand ich schon toll, aber da hängt ja noch viel mehr dran... Fehlt eigentlich nur noch ein Autopilot ;)

    Hast du eigentlich gar keine Angst, dass dir der ganze Kram mal ausgeräumt wird? Oder liegt das Boot gut bewacht? Bei uns werden vornehmlich Außenborder geklaut. Gerade die kleinen sind ruckzuck mal weg... Bin da gerade was am basteln für meinen... Aber auch Kartenplotter gehen schnell mal weg.

    Vielleicht passt da tatsächlich ins Thema Wanderfahrten: Wie macht ihr das mit dem Diebstahlschutz?

    Ich hab nur ein Vorhängeschloss an der Backskiste und ein Drehknebelschloss an der Luke. Sehr viel Widerstand bietet dass den Langfingern aber wohl nicht...

    :/

    LG

    Stephan

    Alter Schwede! Der Mann hat echt Mumm... Gut, die Kinder sind etwas älter und mittlerweile wohl auch erfahren mit dem Boot... Außerdem ist er für eine FAM ja wirklich gut ausgerüstet... Trotzdem, ich hätte die ganze Zeit auf der freien Ostsee die Hosen voll gehabt, vor allem bei der Beladung.

    Das kleinste, was ich open water mal gesegelt bin, war eine Varianta18 (konnte man damals in Stralsund chartern), nicht viel größer als die FAM, aber mit reichlich Blei unten dran. Das war mir eigentlich schon zu klein, obwohl der Gennaker schon Spaß gemacht hat...

    Egal, ich freue mich mit ihm für diesen und die anderen tollen Familienurlaube und seine seglerische Leistung, auch wenn ich persönlich es leichtsinnig finde, so etwas mit Kindern zu machen.

    Leider gibt es ja auch zahlreiche Berichte dafür, was mit einem Jollenkreuzer auf der Ostsee eben nicht geht. Da ist auch schon mal eine ganze Familie bei drauf gegangen und die konnten wirklich segeln. Man hat bestimmte Dinge einfach nicht in der Hand (vor allem das Wetter).

    CORA

    Ich meinte mit den 2 verschieden Dingen auch nicht die physikalischen Vorgänge in der Leitung, sondern die Betrachtungsweisen. Die Faustformel von Karl-Heinz (4A/mm²) gilt für Sicherheitsabschätzungen (Leitung sollte nicht zu warm oder gar heiß werden), wohingegen die Angaben von Minnkota darauf abzielen, möglichst wenig Leistungsverlust zu haben. Wie groß (oder klein) der Unterschied ist, wurde ja schön vorgerechnet.


    Kupfer kostet und hat auch ordentlich Gewicht. Ich würde mich für die typische Nutzung eines E-Motors (kaum Dauernutzung) mit den 10mm² begnügen.


    LG

    Stephan

    Das sind meiner Meinung nach 2 verschiedene Dinge:

    Karl-Heinz ging von der Sicherheit aus, d.h. der Frage, ob sich die Leitung durch den Stromfluss zu stark erwärmt. Da reichen also die 10mm², um keine Hitzeentwicklung zu haben...

    Die Angaben von Minnkota berücksichtigen den Widerstand der Leitung, der natürlich mit der Länge zunimmt, d.h. wieviel von den 12V kommen am Motor an... Da werden dann 50mm² für einen minimalen Spannungsabfall empfohlen...

    Kurz: 10mm² sind sicher, aber 50mm² besser :P


    LG

    Stephan

    Sonnenschuss :

    Die Rügenumrundung habe ich bisher nur mit Kielbooten gemacht, aber bei entsprechendem Wetter ginge das schon auch mit der Jolle.

    Danke für den Link, sehr spannend und schön geschrieben, aber für den Mut des Vaters: Hut ab! Die FAM segelt zwar recht trocken, wirklich seetüchtig ist sie aber genauso wenig wie die Lis. Mit drei Kindern, von denen eines erst das Seepferdchen hat, hätte ich mich nie getraut, zum Kap Arkona aufzubrechen... Aber es ist ja alles gutgegangen und die Kinder werden diese Tour sicher niemals vergessen.


    Karl-Heinz :

    Völlig richtig, die Mecklenburger Seenplatte ist mit der Müritz und all den angrenzenden Seen auch ein tolles Revier. Wettermäßig geht es dort i.d.R. auch etwas ruhiger zu. Wir haben mal eine Jollentour vom Plauer See bis runter in die Kleinseenplatte gemacht, das was großartig. Nur die Mücken nerven an den Binnenrevieren immer etwas mehr als an der Küste, aber dafür gibt es ja Mittelchen...


    Man träumt schon vom Sommer, aber dazu muss das Boot erst einmal fertig werden. Noch liegt es kieloben unterm Carport, bei unter 10°C mag ich nicht lackieren....

    Liebe Lis-Freunde,


    mein absolutes Lieblingsrevier, auch weil quasi bei mir vor der Haustür gelegen, sind die Boddengewässer rund um Rügen.

    Nach meiner Ansicht sind sie für Fahrten mit der Lis und den Jollenkreuzern ideal.

    Ich habe diese Gegend sowohl mit diversen Jollen und Jollenkreuzern als auch mit Dickschiffen befahren und würde flachgehende Boote immer vorziehen (viele Flachwassserbereiche).

    Das Wetter kann allerdings auch schonmal recht unangenehm werden und auch ziemlich schnell umschlagen. Man sollte sein Boot also auch bei Starkwind (>4Bft.) sicher beherrschen.

    Flaute ist hier eher selten (meistens dann, wenn man sich viel vorgenommen hatX/). Das gilt aber wohl für das gesamte Norddeutschland.

    Der Wetterbericht, insbesondere Wetteronline und Windfinder funktionieren für die nächsten 24h aber ganz zuverlässig. Mehrere Tage im voraus geht es nur bei stabilen Hochdruckwetterlagen über ganz Europa, ansonsten ist das meist ein Glücksspiel...


    Neben dem Wetter ist in diesem Revier ausgesprochen wichtig, sich an die Befahrensregeln des Nationalparks zu halten. Es gibt etliche (sehr große!) Wasserflächen, die absolut tabu sind. Sollte man da erwischt werden (und die Ranger sind echt auf Zack...), wird es sehr, sehr teuer!

    Viele Flächen dürfen nur unter Segel oder mit Muskelkraft befahren werden. Den hochgeklappten Motor am Heck mitzuführen, ist aber okay... Die Benutzung von E-Motoren ist dort auch nicht erlaubt!

    Neben den aktuellen Seekarten sind diese Bereiche auch in einer online-Karte unter http://www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandschaft.de verzeichnet. Das funktioniert auch mit dem Smartphone ziemlich gut, zumal man dann gleich sehen kann, wo man sich befindet. Hier findet man auch die gesperrten Uferbereiche (Kernzone des Nationalparks), die ebenfalls nicht betreten werden dürfen.

    Wenn man da aufpasst, ist das alles aber halb so wild und vor allem lohnt es sich!!! Die Natur bietet hier mit etwas Glück fantastische Schauspiele (z.B. Seeadler)...


    Meine Touren habe ich oft in Ribnitz-Damgarten am Saaler Bodden gestartet. Dort gibt es zwei kostenlose Slipanlagen, je eine in den Häfen Ribnitz und Damgarten mit angrenzenden Parkmöglichkeiten. Wenn man Publikum beim Slippen nicht so mag, sollte man Damgarten wählen. Im Hafen Ribnitz ist mehr los, was abends aber auch sehr nett sein kann...

    Dieser Ausgangspunkt hat noch einen weiteren Vorteil: Dank der Lage an der Bahntrasse nach Rügen kann man bei der Beendigung der Tour prima mit dem Zug zurückfahren, um Auto und Trailer zu holen. One-way-Touren nach Rügen sind also kein Problem...


    Zum Saaler Bodden gibt es hier im Forum schon eine schöne Beschreibung. Da möchte ich nur ergänzen, dass wir gern am Nordufer direkt am Sandstrand des Regenbogencamps Born zum Übernachten festgemacht haben. Es ist dort je nach Wasserstand zwar ziemlich flach und manchmal etwas mühsam hinzukommen, aber man liegt dort sehr schön und günstig und hat alles nötige (Duschen, WC) vor Ort. Die Surferwiese rechts dieser Bucht sollte man aber eher meiden, wenn man sich keinen Kite mit dem Mast einfangen möchte...


    Wir sind aber meist gleich durch die Bülten weiter bis zum Bodstedter Bodden durchgefahren. Hier findet man ebenfalls herrliche Buchten zum Anlanden.


    Nach dem Passieren der Kanalbrücke (Mast legen! ...oder die seltenen Öffnungen abwarten) geht es weiter nördlich der großen Kirr nach Zingst. Südlich davon ist Sperrzone! Bei günstigem Wind kann man hier auch segeln, bei viel Verkehr sollte man in diesem engen Bereich aber besser mit Motor fahren. Bei stärkerem Ost- oder Westwind kann es hier ordentlich Strömung geben, deshalb ist ein Gegenankreuzen hier oft sehr mühsam bis unmöglich.


    Der Barther Bodden ist dann wieder des Seglers Traum, gefühlt endlos weit mit etlichen Anlandemöglichkeiten. Der Wasserwanderrastplatz Dabitz ist für Ruhe-Suchende sehr zu empfehlen, in Barth ist in der Saison wieder recht viel los. Wer ganz allein sein will, findet wieder viele kleine Buchten, aber dann natürlich ohne Klo... Auf keinen Fall Nordufer, weil Sperrgebiet! Bei der Weiterfahrt Richtung Barhöft muss die grüne Tonne B51 des Fahrwasser zwingend gerundet werden. Wer hier abkürzt und erwischt wird, zahlt viel Geld in die Kasse des Nationalparks.

    Barhöft selbst ist auch zu empfehlen. Wenn der Hafen im Sommer rappelvoll mit Dickschiffen ist, findet man mit der Jolle meist immer noch was an den kleinen Stegen. Falls nicht, kann man auch am Sandstrand südöstlich des Hafens anlegen, aber nur ohne Motor! Gegen einen kleinen Obolus beim Hafenmeister sind die Sanitäreinrichtungen dann auch benutzbar...


    Ab Barhöft kann min sich jetzt entscheiden, ob es nord- oder südwärts weitergeht.


    Im Norden locken die feinen Sandstrände von Hiddensee. Bei Ostwind ist man hier ganz geschützt unterwegs, bei Westwind wird es mit der Jolle sportlich. Die Brandung hat es dann in sich... Dann bietet sich der Umweg über die Bodden an. Bei gutem Wasserstand kann man zwischen den roten Tonnen 36 und 38 nach Osten abkürzen, aber nicht weiter nördlich (Sperrzone). Hier ist es allerdings sehr flach, so dass das nur mit aufgeholtem Schwert und Ruder durchkommt. Bei westlichen Winden klappt das aber meist ganz gut. Der Schaproder Bodden bietet dann wieder auf beiden Seiten Möglichkeiten zum Anlegen. Wer ein Klo braucht, kann im Osten den Campingplatz mit Strand nördlich von Schaprode oder im Westen Neuendorf ansteuern. Letzterer Hafen kann südlich der Mole auch wieder im Flachwasserbereich angelaufen werden. Die beiden Häfen Vitte und Kloster im Norden von Hiddensee sind in der Saison meist völlig überlaufen. In Vitte kommt man im privaten Seglerhafen mit einem kleinen Boot aber eigentlich immer irgendwie unter, wenn es denn sein muss. Nach Kloster ist es dann zu Fuß auch nicht mehr so weit. Die Insel selbst ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wenn die ganzen Tagestouristen abends weg sind, wird es sogar in der Saison recht ruhig (keine Autos)...


    Die Weiterfahrt Richtung Jasmunder Bodden ist auch sehr schön, wird von uns wegen der "Sackgasse" aber nicht so oft gemacht. Lauschig ist es in Grubnow, mehr los in Breege... Man muss halt den ganzen Weg wieder zurück, was bei der falschen Windrichtung durchaus fordernd sein kann.


    Südlich kann man weiter Richtung Stralsund fahren. Die Stadt ist sehr hübsch und lohnt einen Besuch. Das Ozeaneum ist für Kinder und wasserinteressierte Leute fast schon ein Muss. Nach der Rügendammbrücke (Durchfahrtshöhe bei Normal0 8m) kann man links beim Gasthof Grahlerfähre für wenig Geld slippen. Der Bahnhof Altefähr ist nur einen kurzen Fußweg entfernt. Hier kann man sich also gut wieder per Zug nach Ribnitz-Damgarten begeben, wenn man die Tour beenden möchte. Ansonsten geht es durch den Strelasund weiter Richtung Süden mit einer Vielzahl von Anlege- und Anlandemöglichkeiten. Wir mögen den kleinen Hafen Puddemin sehr. Die Marina Neuhof auf der anderen Seite ist aber auch ganz nett (vor allem der Fischimbiss!).


    Dann kommt der Greifswalder Bodden, bei westlichen Winden ein Traum, bei östlichen zuweilen recht eklig wegen der steilen, kurzen Welle. Es gibt Leute, die warnen immer wieder davor, hier mit kleinen Booten zu segeln. Tatsächlich sind hier schon viele Freizeitkapitäne verunglückt, aber bei der Beherzigung der eingangs erwähnten Dinge (Wetter!!!) ist das ein Revier wie jedes andere in Norddeutschland, was die Sicherheit angeht. Es ist fast überall sehr schön. Unsere Lieblingshäfen sind Seehof und Lubmin. Der Palmer Haken bietet geschütztes Liegen ganz ohne Hafen bei allen Winden über Nord...


    Wir segeln gern weiter an Peenemünde und Wolgast vorbei ins Achterwasser. Ebenfalls ein traumhaft schönes Revier mit vielen Möglichkeiten zum Verweilen. In Lassan ist gefühlt die Zeit stehengeblieben. Wir finden den Campingplatz wieder uriger als den Hafen. Selbst in der absoluten Hochsaison ist hier tote Hose... Wir mögen das! Wenn man auf dem Trubel steht, dann ist man auf der anderen Seite (Insel Usedom) besser aufgehoben.

    Der Peenestrom führt dann weiter bis ins Stettiner Haff mit nahezu unbegrenzten Weitersegelmöglichkeiten bis nach Polen, was auch absolut zu empfehlen ist. Viele Polen sind erstklassige Segler und nach unserer Erfahrung sehr freundliche und zuvorkommende Menschen. Diese Ecke steht deshalb bei uns für 2021 auf dem Programm, wenn Corona es denn zulässt, die Häfen kennen wir nämlich noch längst nicht alle.

    Meist biegen wir aber dann doch in die Peene ab, tuckern gemütlich bis Anklam und beenden hier am Wasserwanderrastplatz unsere Tour. Der Mast liegt dann schon wegen der Brücken in der waagerechten... Schnell noch das Auto samt Trailer aus Ribnitz geholt und ab nach Hause...


    Wer sich in diese Gegend etwas einlesen möchte, dem empfehle ich "Ein deutscher Segelsommer" von Wilfried Erdmann.

    Da kommt man auf Ideen...


    Das war jetzt ein sehr großes Revier sehr kurz zusammengefasst. Wenn Ihr Fragen habt, dann zögert nicht, sie hier zu stellen, viele werde ich aus erster Hand beantworten können...


    LG

    Stephan

    Wenn man einen stabilen Carport hat, dann kann man auch 2-3 lange Spanngurte verwenden, um das Boot vom Trailer zu heben.

    Anschließend lässt sich das Boot selbst mit einer Person in den Gurten liegend beliebig drehen.

    So hab ich es gemacht...

    Allerdings würde ich das Boot immer irgendwo stabil ablegen, bevor ich darunter krabbele, also nicht unter dem baumelnden Boot arbeiten!

    Hallo an alle,


    vielen Dank für Eure Antworten.

    Dass ich nicht mit Karacho auf den Strand ballere, ist wohl selbstverständlich.

    Trotzdem schmirgelt der Sand so nach und nach den Lack ab. Ein wenig bewegt sich das Boot leider immer...

    Kleinere Steinchen sind, wie Harald schrieb, tatsächlich das größte Problem, nicht nur im Schwertkasten.

    Und in den Bodden gibt es zwar viele schöne Strandbuchten, aber eben nicht mit Puderzuckersand, sondern eher Kies.

    Ich hatte bislang immer die größten Macken am unteren Steven- und im vorderen Kielbereich. Halt da, wo der Winkel spitz ist...

    Gerade wenn das Boot seitlich "schaukelt" und dabei auch nur an einer Stelle auf einem kleinen Steinchen liegt, bröckelt an den Kanten gern mal Gelcoat ab.

    Ich denke fast, ich werde es wie gehabt machen und einmal extra mit Glasgewebe verstärken. Das kann ich schön an die Kante modellieren.

    Dann muss eben nach der Saison nachgearbeitet werden...

    Irgendwie habe ich keine Lust, da experimentell irgendwas zu kleben, das sich nachher so nach und nach wieder ablöst.


    LG

    Stephan

    Moin,

    auch wenn das Thema hier schon recht alt ist, würde ich es gern mal wieder hochholen.

    Da eine "Sanierung" meiner Kajüte ebenfalls ansteht: Wo bekommt man z.B. dieses Grafo Therm?

    Ich habe z.B. bei Amazon nur einen 10kg Eimer Systafex gefunden, was wohl was ähnliches ist, aber soviel brauche ich ja nie...

    Oder gibt es noch andere Hersteller?

    Jedenfalls finde ich die Beschichtung innen mit einer kondenswasserbindenden Struktur sehr sympathisch.

    Kann man das Zeug rollen? Auf der Grafo Therm Homepage wird nur das Spritzen beschrieben. :/


    Über Vorschläge freue ich mich.

    LG

    Stephan

    Edelstahl klingt natürlich richtig gut, aber wird wohl schwer sein, das selbst vernünftig anzubringen, da der Kantenwinkel von vorn nach hinten ja immer größer wird.

    Etwas flexibles ist bestimmt einfacher selbst zu machen, aber diese fetten KeelGuard-Streifen von den Motorbooten tragen mir optisch zu sehr auf.

    So in der Breite 4-5cm und ca. 2-3 mm dick z.B. aus PVC sollte ja eigentlich reichen... Was selbstklebendes wäre wohl am einfachsten...

    :/

    Moin an alle,


    nun bin ich beim Wiederaufbau des Unterwasserschiffes. Im vorderen Bereich des Kiels und auch am Steven waren schlimme Macken im Gelcoat, teilweise bis aufs Laminat runter, die ich wieder schön ausgespachtelt habe. Nun meine Frage: Ich fahre gern an den Strand und ziehe das Boot dann auf den Sand. Wie kann ich dabei am besten Kiel und Steven schützen?

    Vom Katamaran kenne ich solche Kunststoffverstärkungen, die unten einfach angeklebt werden, mein RIB hat sowas auch aus Gummi, aber wo bekomme ich dieses Material? Ich hab bisher nur so Kielschutzstreifen für Kajaks gefunden, das wäre wahrscheinlich besser als nix, aber hält das dauerhaft?

    Meine alten Jollen hatten teilweise einfach noch einen extra Glasgewebestreifen auflaminiert, der mit Spachtel geglättet war, aber nach ein paar Jahren musste man da auch immer wieder ran und alles schick machen. War irgendwie nicht so optimal...

    Vorschläge??? Hat jemand so etwas vielleicht bei seiner Lis realisiert?


    LG

    Stephan