Jollenkreuzer aufhübschen

  • Hallo zusammen,


    habe meinen JK (Bj. 1972) am Wochenende winterfest gemacht. Steht jetzt im Carport mit drin. Ich musste erstmal einen halben Eimer Wasser aus der Kajüte entfernen. Zumindest weiß ich jetzt, dass sie dicht ist (zumindest von innen). Wasser floss nicht ab. Spaß beiseite, ist wahrscheinlich die Dichtung an Fenster/n oder Schot porös.


    Wie muss/soll/könnte ich den Lack bearbeiten? Mit polierten komme ich wahrscheinlich nicht sehr weit.


    Was sind das für Spuren am Boden? Schaut aus wie Harz. Wurde da mal was ausgebessert?


    Würdet ihr die Wandverkleidung drin lassen oder entfernen?


    Danke für eure Tipps und Anregungen.


    Gruß,

    Tobias

  • Hallo Tobias,


    na dann schonmal viel Spaß beim Projekt!

    Was den Lack auf der Kajüte angeht würde ich mich festlegen, dass der komplett runter muss.

    Die größtenteils aufgeplatzten Blasen zeigen doch, dass der nicht ordentlich verarbeitet wurde.

    Also bis zum noch älteren Lack runterschleifen und dann mal neu begutachten...

    Das in der Kajüte sieht merkwürdig aus. Wie eine provisorische Reparatur...

    Wenn das hart und tragfähig ist, dann würde ich einfach ein bisschen beischleifen, Farbe drauf und nicht mehr drüber nachdenken.

    Dass dein Boot eine gewisse Historie hinter sich hat, ist wohl klar. Ein Neuboot macht man daraus nicht mehr, aber mit überschaubarem Arbeitsaufwand, bekommt man es sicher wieder hübsch. Die Substanz sollte grundsätzlich sehr solide sein.

    Mein JK ist von 1974 und macht mir nach dem Refit sehr viel Freude...


    Also ran an die Arbeit! (Und die FFP2-Maske beim Schleifen nicht vergessen!!!)

    LG

    Stephan

  • Hallo Stephan,


    besten Dank für deine Antwort. Lieber nass mit Schleifschwamm schleifen? Ich denke ohne Maschine, händisch ist man da doch gefühlvoller.


    Ich werde auf jeden Fall dokumentieren und berichten 😉


    LG,

    Tobias

  • Hallo Tobias,

    ich fürchte, das wird nicht genügen, wenn du nicht ewig daran arbeiten willst.

    Nimm einen ordentlichen Excenter-Schleifer mit nicht zu grobem Papier (120 oder feiner).

    Wenn du den gleichmäßig aufsetzt, musst du keine Schäden befürchten...

    Eine Lackschicht wirklich zu entfernen braucht seine Zeit, aber vielleicht hast du bei dieser Lackschicht ja Glück und sie geht ganz leicht ab. Die Blasen lassen das ja hoffen....


    LG

    Stephan

  • Besten Dank 👍

  • Hallo,


    ich bräuchte wieder mal euer Schwarmwissen ☺️. Ich habe mir den Großbaum angesehen. Anbei zwei Bilder. Ich brauche bestimmt noch eine Aufnahme für den „Splint“. Scheinbar wurde da auch was nachgerüstet (2x Splint). Auf der anderen Seite ist was abgebrochen. Ist das eine Vorrichtung zum Reffen?


    Wo bekomme ich Ersatz her und was braue ich da genau? Ich überlege auch eine Klampe zum Segel reffen nachträglich am Baum anzubringen.


    Danke & schöne Grüße,

    Tobias

  • ... da muß auf jeden Fall was gemacht werden, aber es fällt mir schwer, das hier zu beschreiben. Was hältst Du davon, uns auf den Stand der Klassenvereinigung zu besuchen auf der Bootsmesse in Düsseldorf. Wir haben dort eine Family 6.0 ausgestellt und auf einem anderen Stand wird noch eine schicke Lis-Jolle zu sehen sein. Da können wir vor Ort mal alles besprechen.

    Vorzugsweise am Samstagnachmittag, den 28.01.23 ab 14.00 Uhr oder sonstwann nach Absprache.

    Melde Dich mal.

    Gruß

    Karl-Heinz

  • Hallo Karl-Heinz,


    prinzipiell eine gute Idee. Aber Düsseldorf ist etwas weit für mich. Vielleicht gibt es ja, ich nenne es jetzt mal „regionale Lis-Treffen“ oder Stammtische?


    Mein Radius wäre von Main, Nürnberger-Umland (z.B. Rothsee, Brombachsee) bis nach Südthüringen (Talsperre Ratscher oder Bleilochtalsperre), vielleicht finden sich hier Binnen-Lisler 😉.


    Schöne Grüße,

    Tobias

  • Hallo Tobias,


    vorn am Großbaum brauchst du einen sogenannten Lümmelbeschlag, der es ermöglicht, dass sich der Großbaum noch oben/unten bzw. seitlich bewegen kann. Warum dein Großbaum zwei Aufnahmen dafür hat, weiß ich nicht. Nimm einfach die, die dir stabiler erscheint. Der Lümmelbeschlag wird dann typischerweise in der Mastschiene festgeklemmt.

    Hinten brauchst du eine neue stabile Öse zur Befestigung des Schothorns. Zwischen Öse und Schothorn wird im einfachsten Fall eine Softtaille zur Spannung des Unterlieks verwendet. Solltest du Reffreihen im Großsegel haben, bieten sich zusätzliche Ösen für die Reffleinen an. Seitliche Klampen am Großbaum gingen sicher auch, nur müssen die dann so positioniert werden, dass eine vernünftige Spannung des Unterlieks möglich ist. Ich würde diese dann auch auf beiden Seiten anbringen, damit man über der Mitte der Unterliekschiene spannen kann.

    Ich selbst bin kein Freund des Reffens, sondern setzte bei Bedarf lieber ein kleineres Segel, das dann besser steht als ein gerefftes Segel. Aber das hat natürlich auch Nachteile, der Aufwand ist größer und es geht nicht so schnell wie das Reffen. Außerdem benötigt man ein zusätzliches Segel, welches man dann aber für stärkeren Wind optimieren kann und welches nicht so schnell verschleißt.


    Schöne Grüße

    Stephan