• Hallo zusammen,

    wäre nicht ein Schiebeluk die Lösung ? Erspart sämtliche Ruder(kopf)umbauten.

    Mit dem Schiebeluk wäre dann aber der Deckel in der Plicht. Mit der Klappfunktion kann man im Hafen schön die ganze Plicht ausnutzen. Pinne und Deckel sind weg geklappt und die Backskiste offen ... Die Scharniere für den Deckel sind in Arbeit und die Pinne ist ja auch schon klappbar.

    Die Klappfunktion für die Pinne ist so oder so ein Muss. Zum Beispiel hockt mein Sohn oft hinten um mit seinem Badewannenboot zu spielen. Muss man da mal eben den Kurs ändern ist er immer mit seinen Knien im Weg, da könnte man die Pinne mal eben hoch heben ;)


    Anstatt der fest montierten Bügelöse zur Pinnenfeststellung gibt es von HS Sprenger eine kleine Öse mit "Pinnverriegelung" auf 20mm breiter Schiene (bei 35mm 4-Kantprofil der Pinne wäre das passend):


    Öse


    Schiene

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sonnenschuss ()

  • Tach auch,

    warum eine Schiene mit Schlitten unter der Ruderpinne montieren? Eine einfache Fenderöse montiert, die beiden Leinen von der Pinnenarretierung am Ende ein Auge spleißen (oder es reicht auch ein Webleinstek) und das Ganze mit einem Karabinerhaken einhaken. Leicht zu lösen und die einfachste Art, auch vom Preis her gesehen. Die alte Belegung der Leinen kann erhalten bleiben.

    Bei dem Auf- und Niederholer würde ich einfach die Leinen verlängern. Herum hängende Leinen würden mich nicht stören. Es sind doch auch noch mehr Leinen in der Plicht, Talje Schwertaufholer und Niederholer, die Fockschot, vielleicht auch noch Spischoten usw. Ich hatte immer die Schraube (Drehpunkt des R.-blattes) so fest gezogen , dass das Ruderblatt auch beim lösen des Niederholers unten blieb. Ein Zug am Aufholer und das Blatt kam hoch. Zwischen Blatt und Ruderkopf waren immer auf den Seiten Teflonscheiben angebracht.

    Ein Schiebeluk wäre nur praktisch wenn ich es zur Back.-oder Steuerbordseite verschieben kann. Dann wäre die Frage nach der Dichtigkeit und den Kosten.

    Bei den ganzen Überlegungen sehe ich nur, das es die ganzen Beschläge in kleinen Ausführungen nicht gibt (vielleicht Modellbau :roflrofl:). Und immer drauf achten das die Lis nicht Hecklastig wird :/.


    Viel Spaß beim Werkeln und tüfteln, Hollis :irre:

  • Die Fenderöse ist aktuell bereits unter der Pinne. Die Idee mit dem Karabiner war bei mir auch die erste, aber 2 Karabiner klappern dann vielleicht die ganze Zeit?!?

    Kommt Zeit kommt ne gute Lösung ;)

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

  • Hallo Freunde,

    "Never change a winning team!".

    Die Fotos von Harals mit der modifizierten Ruderaufhängung haben mich zunächst beeindruckt. Aber, unabhängig von dem ungelösten Problem mit dem Auf- und Niederholertampen, wäre es dabei für mich nicht akzeptabel, wenn man das Ruder nur mit "eingelegter" Pinne betätigen darf.

    Ich rate Euch, die Ruderaufhängung erstmal so zu lassen. Das meiste Zeug, das man beim Segeln benötigt, hat man in der Kajüte gelagert und die meist Zeit sitzt man beim Segeln auch vorne am Schott. Da kann man auf eine modifizierte Backkiste mit Scharnieren gut verzichten.

    Als äußerste Maßnahme überlege ich, ob man in den Backskistendeckel ein oder zwei runde Inspektionsdeckel einbaut (Durchmesser ca. 20 cm). Dann könnte man vielleicht Kleinkram (Butterbrot, Thermoskanne, Festmacher) schnell aus der Kiste herausholen. Nachteil ist dann natürlich, das man die Deckel nicht abschließen kann.

    Gruß

    Karl-Heinz

  • Hallo Karl-Heinz,


    danke für deinen Beitrag.


    Das Problem mit den Auf- und Niederholern werden wir vermutlich mit einer Zwitter-Leine (nahtloser optisch schöner Übergang zwischen Leine und Gummi) lösen. Harald hat solche Leinen auf der Messe gesehen, ich suche jetzt mal welcher Hersteller das ist. Zur Not ginge auch Leine + Gummi, nur optisch soll das ganze ja auch was hermachen :)


    Der Hinweis mit der eingelegten Pinne beim Steuern ist schon berechtigt. Bei starkem Ruderdruck sollte man die Pinne vielleicht nicht zu weit heben. Aber wenn ich sehe dass meine Pinne auch nicht einmal mit der Hälfte im Ruderkopf liegt, ist die Stabilität wenn die Pinne unten ist viel höher als so wie von der Werft ausgeliefert:



    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

  • so, jetzt bin ich mal wieder dran, da ja auch direkt oder indirekt angesprochen

    "Never change a winning team!".

    Hierzu muss ich - auch aus leidvoller Erfahrung- nun doch einmal etwas weiter ausholen:


    - der stark belastete Ruderblatt - Niederholer wird serienmäßig über eine popelige Niete und dann auch noch im rechten Winkel geführt. So konnte das Ruderblatt nur mit großen Kräften - auch gegen den Auftrieb des Blattes - überhaupt gesetzt werden. Das war ein ewiger Krampf und der Erfolg ist, dass sich die - für eine solche Umlenkung auch ungeeignete Niete - dann inzwischen V-förmig verzogen hat und der Niederholer jetzt noch schlechter läuft (siehe Foto)


    Wie viele Klagen habe ich selbst schon mitbekommen, wenn sich dann mal wieder Auf- oder Niederholer zwischen Ruderkopf und Ruderblatt eingeklemmt hat und dann gar nichts mehr ging. Die etwas hilflose Lösung, dann eine Plastikummantelung zum Schutz der Leinen einzuführen, half nur bedingt - Hollis hat oben richtigerweise schon eine etwas bessere Abhilfe mit großdimensionierten Unterlegscheiben angesprochen, die etwas das Problem des Einquetschens der Leinen reduzierte und mehr Stabilität in das System Ruderkopf/Ruderblatt bringt.


    Seit Jahren wird für mich völlig unverständlich das Ruderblatt im Ruderkopf mit einer durchgehenden (!!!) Gewindeschraube mit Kopf und Mutter verkauft. Nicht nur, dass das GFK Blatt dann in der Bohrung auf dem Gewinde arbeitet, was sehr unschön ist, hatte ich regelmäßig den Ärger, beim Abnehme der Ruderanlage mit dem Schraubenkopf oder der überstehenden Mutter irgend etwas zu verkratzen - im schlimmsten Fall Bordwände!


    Das mögen alles Kleinigkeiten sein, die aber mit so wenigen Kosten und Überlegungen einfach abzustellen sind und wenn man sich darauf einlassen will, im Laufe der Zeit auch einmal Verbesserungen zu zu lassen!


    So ist das Thema Ruderblatt im Ruderkopf so einfach zu lösen!!! Genommen wird eine V2A Senkkopf - Schaftschraube 6 mm. Auf der einen Seite des Ruderkopfs wird diese eingesenkt (Material ist mehr wie genug dafür da) und auf der anderen Seite wird ein Gewinde gedreht und die Schraube mit Locktide gesichert. Damit schließt diese dann bündig ab und fertig! Kosten wahrscheinlich sogar billiger als Gewindeschraube mit selbst sichernder Mutter und Unterlegscheibe, wie jetzt mal ganz unabhängig davon, dass diese einfache Lösung auch erheblich professioneller aussieht!


    Die Auf- und Niederholerlösung ist fast genauso einfach zu lösen, indem man einfach eine vernünftige Umlenkung in den Ruderkopf einbaut. Ich habe jetzt über Internet Edelstahl - Distanzhalter bestellt die genau auf einer 6 mm V2A Schaftschraube laufen und zwar so sauber, dass man meint, die wären kugelgelagert (siehe Bild). Mit einem Außendurchmesser von 15 mm wird dann auch der Tampen vernünftig umgelenkt und jetzt kommt es: Kosten für diesen Umbau incl. Schraube 3,50 Euro - worüber reden wir hier??? So werde ich nun zwei dieser Umlenkungen einbauen, sodass schon einmal dieses Problem gelöst ist!


    Darüber hinaus habe ich jetzt kleine, einbackige Klemmen (die der Hobby Cat hat, Bruchlast immerhin 70 kg) gefunden, die dann im Ruderkopf montiert werden, sodass Auf- oder Niederholer dort fixiert werden. Und damit ist die Pinne frei! Die Enden des Auf- oder Niederholer werden dann über Gummistrop fixiert, sodass jederzeit griffbereit (das ist das, was Sonnenschuss in seinem Beitrag vor angesprochen hat)


    Hinsichtlich Inspektionsdeckel rate ich ganz dringend davon ab, solche in den Backs Kistendeckel zu montieren, der ist doch schon ohne diesen Eingriff viel zu schwach! Ich habe inzwischen eine Fa. in Ennepetal gefunden, die sich konstruktiv dieser Sache annimmt. Die sind gewöhnt, in Kleinserien zu arbeiten und haben von mir techn. Zeichnung und viele Fotos zur Situation erhalten. Die Scharniere sind sehr stabil, aus V2A oder Alu, mit seewasserfesten Verbindungen ausgerüstet. Auch die Kosten sind absolut überschaubar - aber hier bin ich noch nicht weit genug.


    Hingegen ist die Sache mit der Pinne recht weit. Hier lasse ich gerade von meinem Schreinerfreund 3 Stück anfertigen. Die Aluprofilierung ist jetzt weitergezogen und läuft dann im Holz (Kambala) aus - sieht ganz edel aus und ist statisch unverwüstlich und . . . . die Pinne endlich drehbar! Das ist so angenehm in einem kleinen Boot, da direkt viel mehr Platz, gerade wenn mit mehreren Personen unterwegs. Ein schneller Griff in die Backskiste - selbst in der jetzigen Form problemlos!


    So, jetzt hoffe ich, dass Ihr meine Gründe nachvollziehen könnt, warum ich mir da länger schon Gedanken gemacht habe und als Rentner nun endlich etwas Zeit habe , auch solche Ideen zu verwirklichen. Ihr könnt davon profitieren, es aber selbstverständlich auch lassen ;)!


    Grüße, Harald

  • Im Grunde haben wir jetzt alle Probleme geklärt.


    1. Klemme (ca. 50 Euro)

    Wir nehmen die "RWO Lance-Klemme". Diese hat den Vorteil dass die IN und nicht VOR dem Ruderkopf montiert werden kann. Weiterer Vorteil ist die Bruchlast von nur 70 KG. Dies wäre eine gewollte Soll-Bruchstelle falls man mit dem Ruderblatt aufläuft, dann würde im Ernstfall die Klemme wegbrechen, aber nicht das Blatt abbrechen oder die Halterungen aus dem Spiegel. Weitersegeln wäre kein Problem, dann müsste man einfach an der Pinne fixieren (per Knoten mit einer anderen Leine weil vorne ja Gummi sein soll).


    2. Arretierung (0 Euro)

    Dort werde ich erstmal die kostenlose Lösung nehmen. Ganz einfach: Die Achtknoten am Ende lasse ich raus und klemme die Enden in die Curryklemmen. Falls ich die Pinne mehr als ca. 45 Grad haben muss, löse ich beide Leinen komplett. Hinterher müssen die halt wieder in die Klemme gesteckt werden.


    3. Leine mit Gummivorlauf (ca. 24-30 Euro)

    Hier habe ich mit Bernhard Muffler (http://www.tauwerk.de) gesprochen. Für schlappe 12-15 Euro kann er Gummi nahtlos in eine normale Leine übergehen lassen. Dazu wird der Kern der Leine entfernt und der Mantel drübergezogen und fast unsichtbar fixiert. Die genaue Trennstelle testen wir vorher aus.


    4. Umlenken im Ruderkopf (ca. 4 Euro)

    Hat Harald ja oben schon beschrieben ...


    Insgesamt sind also etwa 80 Euro nötig. Dafür ist das Boot von der Nutzung her einen Meter länger und die Backskiste besser nutzbar 8)

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

  • ....so, geschafft:dance::


    war etwas fummelig und nicht wenig Arbeit, aber jetzt funktioniert es einwandfrei.


    In Bild 1 ist per Skizze der grundsätzliche Aufbau zu erkennen mit der späteren Lage von den beiden Klemmen und den Umlenkrollen. Die Funktion der RWO Lance - Klemmen ist aus den beiden nächsten Bildern zu erkennen, ähnlich wie eine Curry - Klemme, halt nur mit einer Schere. Diese ist aus stabilem Druckguss, Die Teile machen einen stabilen Eindruck, die Rückholfeder ist weich, sodass die Tampen schnell gefasst werden.


    In Bild 4 ist der vorbereitete Ruderkopf zu sehen, in den Umlenkrolle 1 für den Ruderblatt - Niederholer und die Klemme 2 für Ruderblatt - Aufholer zu sehen sind.


    Mit Bild 5 ist der Käfig zu sehen, der später im Ruderkopf eingelassen wird - hier mit Umlenkrolle 2 für Ruderblatt - Auf- und Niederholer sowie Klemme 1, die für den Ruderblatt - Niederholer reserviert ist.


    Bild 6 zeigt die Situation im Bereich Durchführung Ruderkopf - die wurde aus Platzgründen etwas aufgeweitet.


    Bild 7 zeigt noch einmal exemplarisch die Funktion der Klemme


    Bild 8 und Bild 9 dann das Finale der Ruderanlage in Steuerbetrieb und mit Pinne oben :thumbsup:


    Das letzte Bild dann noch einmal ein Detail der Umlenkung in Funktion


    Die im Moment noch losen Enden können - wie bisher - in den beiden Juniorklemmen in der Nähe der Griffpinne belegt werden, müssten dann aber bei Heben der Pinne losgeworfen werden - was aber jetzt geht, ohne das sich die Ruderblattsituation ändert. Hier suche ich noch nach einer geschickteren Lösung, ggfls. mit Gummistropp.


    Die ersten 3 Pinnen sind aus edlem Kamballa in Produktion mit eingelassenem, matt angeschliffenem Aluprofil zu Verstärkung. Der Idee von Hollis nachkommend läuft das Profil nun erst im ersten Drittel der Pinne aus. Als "Krönchen" kommt auf das Alu dann als Schriftzug der Name des Schiffes oder Typs - da wird noch überlegt!


    Alle verwandten Materialien sind Alu oder V2A bzw. V4A und damit korrosionsfest. Schrauben sind ausnahmslos eingelassen und stehen so nicht über. Mit Ausnahme der Schrauben für die Klemme 1, die ich sicherheitshalber noch mal gekontert habe, sind alle Schrauben per Gewinde im Alu festgezogen - da steht auch nichts über. Ich hatte als Tampen nur meine alten, ausgewitterten 6 mm Schätzchen - selbst damit lässt sich das Ruderblatt wesentlich besser bedienen, wie früher (siehe Beitrag oben). Die Aufhängung (Sechskantschraube mit Mutter) wird natürlich auch noch geändert (ging in dem von der Werft zur Verfügung gestellten Ruderkopf nicht mehr, da schon aufgebohrt:().


    Kosten incl. Schrauben, Aluprofil, V2A Abstandshalter, V2A Unterlegscheiben knapp 60,- Euro. Mit der Vorlage jetzt bleibt auch der Arbeitsaufwand überschaubar!


    So, für heute reicht es dann erst einmal - jetzt seit Ihr wieder dran! Ich hoffe auf rege Diskussion !


    Grüße, Harald

  • Großen Respekt! :thumbup:


    Nach den Bildern freue ich mich schon sehr auf die nächste Fahrt nach Aachen um das ganze live zu testen. Die Bilder lassen vermuten dass die Umlenkung gut funktioniert und man nicht mehr wie ein Esel ziehen muss.

    Die Schrauben sind ja super schön eingearbeitet, glatt und sauber. Sehr schön!


    Sollte das eine Bewerbung bei der Werft werden? :D


    Mit etwas Glück kann Peter Gade die Gießerei dazu bringen bei ein paar Ruderköpfen die Aussparungen oben am Anschlag wegzulassen. Dann würde eher die Pinne wegbrechen ;)


    Wir haben in der Firma eine Pulverbeschichtung. Auf verzinktem Stahl hält das ewig, ob es auf dem Alu-Guss geht kann ich nicht sagen. Optisch wäre es nochmal ne Klasse besser.


    Ich habe heute bei Niemeyer passende Gummileinen und Haken gefunden um die mir vorschwebende Reffeinrichtung (anstatt Reffbändsel) zu realisieren. Ich muss schauen ob ich das noch im Winter zu Hause machen kann, am Steg bei Windstille wäre einfacher. Jedenfalls kommt da noch was von mir was auch jeder umsetzen kann, der Umbau am Ruderkopf ist ja nur was für Profis ;)

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sonnenschuss ()

  • ...da hat es ja den Mitseglern ganz offensichtlich die Sprache verschlagen nach der Vorstellung Ruderkopf - Modifizierung 8|.


    Inzwischen ist auch die Führung der Enden des Auf-/Niederholers gelöst. Diese werden endlos über einen Gummistropp geführt, sodass diese immer unter Spannung stehen und nicht mehr - wie früher - sich dann in den Heckklampen verfangen können, wenn man z.B. mal beilegt! Dazu später noch einmal etwas mehr, wenn die ersten 4 Ruderköpfe fertig sind!


    Da nun in Sachen Ruderkopf alles "in Petto", kann parallel die Sache mit dem Deckelscharnier angegangen werden. Hier war die Fa. Emil Kaltenbach aus Ennepetal sehr kooperativ und hat eine Konstruktion vorgelegt, die sehr stabil und korrosionsfest ist. Zum Probieren habe ich jetzt einmal ein rechtes und linkes Scharnier bestellt und werde mit Hilfe der Werft schauen, wie dies ggfls. auch in Serie gehen könnte.

    Großer Vorteil: der Deckel fliegt nicht mehr lose rum oder kann (wie mir passiert) über Bord verloren gehen! Das hässliche Einklinken mit Opferverlust im GFK - Rahmen entfällt und die Bedienung ist viel einfacher!


    Nachfolgend habe ich mit freundlicher Genehmigung der Firma Kaltenbach sowohl deren techn. Zeichnung als auch einen Clip angehängt. Der Clip - finde ich - gibt sehr gut die Situation im Bereich unseres Heckdeckels wieder!


    So - vielleicht kommen ja diesmal wieder ein paar Diskussionsbeiträge (die von Sonnenschuss zählen nur bedingt, da ich mich ohnehin mehrfach mit Ihm am Tag austausche;))


    Viele Grüße, Harald

  • Mir kommt da noch die Idee nen kleinen Spiegel unter den Deckel zu kleben, dann kann man den Deckel zum Rasieren hochklappen ... dazu dann noch die automatische Beleuchtung :D *Spassmodus aus*


    Ich finde es toll wie viele gute Dinge hier zusammengekommen sind, leider nur von wenigen Leuten. Eigentlich hat doch jeder ein paar gute Lösungen auf seinem Boot. Manchmal sind es auch kleine und einfache Dinge die das Bordleben leichter machen.

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

  • Hallo Segler!


    wie schon hier angesprochen, liegt meine neue Cora III mit allen hier im Winter vorgestellten Neuerungen im Wasser und hat jetzt auch schon einige Segelstunden hinter sich! So möchte ich nun nach und nach berichten, wie sich die Dinge bewähren.


    Ich fange an mit den neuen Plichtabläufen, die nun montiert sind, um das leidige Problem mit dem sich vor der Kajüte anstauenden Wasser zu begegnen (siehe meine Beiträge #64,#65,#71,#72,#73 und #109 in diesem Thread).


    Die vorbereiteten Abläufe ließen sich (inzwischen an schon 2 Booten) überraschend gut und einfach montieren. Ergebnis ist auch, dass die von mir diskutierte Aufdickung aus GFK unter der Plicht im Bereich der Durchbohrung nicht notwendig ist.


    Damit lässt sich diese Neuerung ganz einfach nachträglich in jede Lis Family einbauen! Bei Gade ist diese Neuerung nun erhältlich und wird von dort eingebaut. Da ich mir in der Abdichtung der Gewinde nicht sicher war (und den Fachmann Hollis dafür nicht zur Seite hatte;)), habe ich noch einmal meinen freundlichen Installateur geholt, der dies perfekt gemacht hat und es einmal toll fand, nicht unter dem Waschbecken, sondern in einem Boot zu werkeln (wollte er jetzt in seine Referenzliste aufnehmen8o).

    Die Mitarbeiter von der Fa. Gade bekamen von Ihm dann noch eine "Kurzschulung", sodass nun der Umbau von dort für jeden Interessenten vorgenommen werden kann.


    Das Ergebnis ist perfekt und viel besser, als ich es selbst gedacht habe! Selbst mit 2 direkt vor der Kajüte sitzenden (nicht ganz leichten:rolleyes:) Seglern ist der Wasserspiegel bei geöffneten Abläufen noch gut 2-3 cm unter Plichtboden - damit läuft definitiv kein Wasser zurück! Auch bei Lage oder Segeln durch Wind und Welle kam kein einziger Tropfen durch diese Abläufe in die Plicht!


    Aber endlich habe ich eine allzeit trockene Plicht! Ich habe mit Genuss die Regenschauern abgewartet, um dann schnell nach zu schauen: keine lästige Pfütze mehr^^:!:Das Boot auf dem Trailer: keine Pfütze mehr^^:!:Dreck in der Plicht - Gartenschlauch draufhalten oder den Eimer nehmen und alles ist weg und direkt trocken^^:!:

    Keine nassen Füße mehr beim Segeln, weil sich das überkommende Wasser nicht mehr vor der Kajüte staut, statt durch die Lenzer hinten abzulaufen^^:!:Christian wollte es richtig wissen und hat direkt 15 Eimer Wasser in die Plicht gekippt: alles weg - soll er selbst berichten^^:!:


    ...und, alles im Bereich der Montage problemlos dicht und nichts - wie ein Segler, leider nicht hier in der Forumsdiskussion weis machen wollte - "gefährlich"


    Nun ist diese Konstruktion ja auch keine Erfindung von mir, sondern wird ja schon seit zig Jahren erfolgreich in vielen Booten angewandt - ohne, dass dies "gefährlich" ist oder die Boote abgesoffen sind! Die Zubehörteile (Rumpfdurchführung/ Plicht Durchführung aus Edelstahl) werden von Vetus oder anderen Zulieferern ja für diesen Zweck verkauft. Die Durchführung durch den Rumpf ist durch O-Ring, Sikaflex, einer schweren Edelstahl Karosseriescheibe und nochmals zweifach Sikaflex gesichert - ähnlich die Durchführung Plicht!


    Bei Gade wird je nach weiterem Verlauf sogar überlegt, evtl. einmal ganz auf die Backskisten Lenzer zu verzichten und im Gegenzug dann noch etwas größer dimensionierte Abläufe einzubauen, die dann auch mal größere Mengen übernehmendes Wasser abführen können. Hierzu gibt es Richtlinien, in welcher Mindestzeit das Wasser weg sein muss und danach können die Durchmesser dimensioniert werden!


    Fakt ist jedenfalls, dass ich die sicherheitshalber installierten Kugelhähne noch keinmal geschlossen habe (letztes Bild, das schwarze Kabel ist noch nicht verlegt und gehört zum Fluxgate Kompass!) - theoretisch könnte man darauf verzichten, aber da will ich noch ein bisschen mehr testen!


    Grüße, Harald

  • JA, endlich ist es soweit! Meine LIS hat ihren ersten Winter in Aachen sehr gut behütet bei Harald verbracht und war für etliche Änderungen und Neuerungen in der Werft. Das Produkt reift beim Kunden ;) Ich habe alle Änderungen die Harald bei seinem Neubau hat auch nachrüsten lassen.


    Ich kann sagen, ja meine 1 Jahr alte LIS ist nochmal ein neues Boot! Weitere Änderungen werden die nächste Zeit hier bestimmt auch noch diskutiert, jetzt geht es dann erstmal nur um die Abläufe vorne!


    Der Werbeslogan "LIS - Perfekt in der Serie" trifft wohl nicht auf die Lenzeinrichtung der Plicht zu, aber diese Situation kennt wohl jeder:








    Meine LIS hat ne Ganzpersenning wobei das Problem eher schlimmer ist: An mehreren Stellen kommt bei Wind und Regen Wasser rein (Reißverschluss, Knöpfe, Mastkragen, Mastnut, Luftlöcher) sodass trotz Persenning vorne vor der Kajüte eine Pfütze stand. Das Problem ist dann das verdunstete Wasser was an der Plane und am Boot kondensiert! Es war immer alles nass, das Segel konnte nicht am Baum bleiben. Auch hat es Ewigkeiten gedauert bis das alleine unter der Plane wieder weggetrocknet war, zurück blieb dann auch immer ein Dreckrand ?(

    Obwohl mein Schwert 100 Kilo wiegt und im eingezogenen Zustand das Heck runter drückt musste ich mit meinen stolzen 60 Kilo ganz hinten stehen damit das Wasser abläuft.


    Ich bin nicht ganz unschuldig dass Harald sich extrem um eine Lösung bemüht hat, zumal der Neubau zu der Zeit noch nicht begonnen war und deshalb ja alle Möglichkeiten zur Problemlösung noch offen waren. Schön dass es am Ende eine Lösung auch für bestehende Boote geworden ist! 8)


    Bei mir sieht die Lösung genauso aus wie bei Harald (auf dem Bilder war das noch nicht gereinigt :saint:):





    Im Vorfeld haben wir uns sehr mit den Bedenken beschäftigt, Löcher im Rumpf und im Deck! Kann das gut sein? Mir war das Seeventil wichtig damit man auf jeden Fall absperren kann! Der Höhenunterschied zum Wasserspiegel war vorab schlecht zu sagen und noch schwerer wie sich das ganze bei Fahrt und Wellen verhalten sollte?!?!


    Jetzt kann ich aus voller Überzeugung sagen: Es ist ein Erfolg :!::!::!:


    Seitdem mein Boot im Wasser ist sind die Kugelhähne offen. Das Wasser steht so weit unten dass mein Sohn mit seinen Fingerchen es nicht schafft das Wasser in den Abläufen zu berühren!


    Wir haben inzwischen sehr viel getestet: Schnelle Fahrt, Schaukeln bei Schwert oben im Hafen, schnelle Wende bei so viel Kränkung dass Wasser über den Süllrand lauft ... Nicht ein einziger Tropfen ist bisher über die Abläufe hoch gekommen! Perfekt :)


    Bei dem Aprilwetter der letzten Tage mit starken Schauern bin ich mehrmals zum Boot und habe unter der Persenning kontrolliert: Man sah dass Wasser nach vorne gelaufen war, aber alles weg.


    Das tolle ist, dass die Abläufe versenkt sind und in dem Ablauf selbst Gefälle zur Mitte ist, es ist also keine Kante wo sich Wasser oder Dreck sammeln könnte.


    Wir haben dann im Hafen noch den Stresstest gemacht: Kugelhähne im Heck (anderes Thema, auch neu und auch gut!) zu, dann Wasser bist fast Schwertkastenhöhe aufgefüllt und dann gestoppt bist alles weg war. Am Anfang sah man nichts. Dann entstand auf beiden Seiten Strudel und das Wasserstand sank ab. Nach 8 Minuten war dann die Plicht komplett trocken (bis auf die Einläufe der Rohre hinten).


    Nun zu den Bedenken die da vielleicht noch kommen sollten. Ich habe mir mal angesehen was sich bei anderen Booten über Jahrzehnte bewährt hat. Man siehe sich dazu einmal die Varianta (egal ob K4 oder 65) an oder die Victoire 22 (das H-Boot hat es ähnlich). Diese Boote wurden mehrere 1000x gebaut und haben es genauso, naja einfacher: Die haben oben einen Einlauf und unten auch einen Borddurchlass. So wie wir jetzt auch. Wir haben dazwischen als erstes einen Kugelhahn und dann ein Edelstahlflexrohr womit Heizkörper angeschlossen werden. Die Varianta oder Victoire haben da nur Schläuche ohne Seeventil! Und das seit über 40 Jahren und weder im Internet findet man Fälle wo Wassereinbruch war noch bei meiner Recherche bei Bootsbauern die diese Boote seit Jahren warten und reparieren.


    Bei größeren Booten sind etliche Borddurchlässe verbaut, da kümmert es niemanden. Bei ner Jolle ist die Welt manchmal unnötig kompliziert ;)


    Nicht alles klappt auf Anhieb und nicht jede Änderung funktioniert: Meinen neu eingebauten Taljenspanner am Mast (anstatt des Hebelspanners) habe ich vorerst zurückgebaut, da die Befestigung mangelhaft war. Von der Werft wurden 2 Nieten eingebaut, der Beschlag war wackelig, also erstmal ab damit. Dafür braucht es eine Unterlage mit flacher Auflage. Die Unterlage muss dann durch die 3 originalen Schrauben befestigt werden. Jetzt bleibt der Mast aber erstmal auf dem Deck, der nächste Winter kommt bestimmt ;)


    Vielleicht kann Peter Gade hier einmal den Preis nennen wofür die Werft die Abläufe einbaut?

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sonnenschuss ()

  • Danke, Christian für Deinen umfänglichen Erfahrungsbericht!


    Heute will ich mich kurz der Thematik mit den eingebauten Kugelhähnen in die Lenzrohre widmen! Ich hatte hierzu in diesem Thread ja schon einiges ausgeführt (z.B. #77, #89) und verweise darauf, um mich nicht zu wiederholen.


    Der Einbau war absolut problemlos und ist nach Aussagen der Mitarbeiter Gade, die das Vergnügen hatten, nicht mit wesentlichem Mehraufwand verbunden! Besonders interessant ist, dass auch der nachträgliche Einbau sehr reibungslos abläuft - beim Boot Christian war dies ja dann der Fall! Das vorhandene Rohr wird einfach rausgeschnitten und das neue dickwandigere Rohr mit den schon vorher eingeklebten Kugelhähnen exakt dort wieder einlaminiert.


    Ein weiterer Neubau bekommt jetzt gerade auch diese Hähne und Fa. Gade bietet den Umbau für Interessierte an, die Kosten sind überschaubar!


    Auf jeden Fall ist das nun eine erhebliche Erleichterung: Keine zusätzlichen Schnüre mehr durch den Ablauf:thumbup:, keine Gummibirne, die nach Losfallen durchs Wasser geschleppt wird (und je nach dem die andere Birne in den Lenzer zieht):thumbup:, Kein nachlaufendes Wasser, wenn die Birnen mal wieder nicht dicht genug gezogen wurden:thumbup:, kein Austausch mehr (immerhin 24,-Euro alle 2 Jahre, weil dann die Birnen durch UV porös):thumbup:


    Die Handhabung ganz einfach: bei denjenigen, die keine klappbare Pinne und Heckdeckel mit Klappe haben (dazu später hier mehr), Deckel - wie gewohnt aufziehen und den oder beide Hähne bedienen, Deckel zu, fertig! Natürlich ist es richtig, das dies nur geht, wenn das Sammelsurium in der Backskiste überschaubar bleibt. Aus meiner Sicht gehört da schon vom Ballast her ohnehin nur so wenig wie möglich hinein. Ich habe dort nur das Ladegerät und einen Fender. Alles andere hat einen neuen Stauraum - auch dazu später mehr in diesem Thread!


    Es ist jedenfalls sehr angenehm dann, wenn man mal zu viert unterwegs ist, die Hähne zu schließen und zu wissen, dass eben kein Wasser mehr zurückläuft, wenn das Heck durch die höhere Last hinten eintaucht. Ich jedenfalls fand das nicht so toll, wenn unbedarfte Gäste während der Fahrt dann das Wasser an ihren Schuhen hatten und mich fragten, ab wann Sie die Schwimmweste bräuchten:rolleyes: - aus und vorbei:thumbup:


    Grüße, Harald


    Nachstehend noch ein paar Fotos (Bild 1: Heck ohne Birnen, Bild 2: Umbau Boot Christian, Bild 3: vorbereiteter Kugelhahn, Bild 4: Einsatz im Neubau)

  • Abschließend zu den vorderen Abläufen noch ein paar Bilder von einer Victoire 22 eines Nachbarn der selbst Bootsbauer gelernt hat. Original hat die Victoire keine Kugelhähne. Diese beiden Abläufe sind bei der Victoire die einzigen, der Durchmesser ist aber auch deutlich größer als die wir jetzt bei der LIS haben. Da nie Druck entsteht hält bei den anderen Booten (Varianta, Victoire, H-Boot) der Schlauch auch über Jahrzehnte sicher. Bei der LIS haben wir jetzt diese Edelstahlrohre eingenbaut, die für Heizungsanlagen mind. 3 bar Druck aushalten müssen. Der Vorteil davon ist eine richtige Verschraubung und nicht nur Schlauchklemmen.


    So sieht das bei der Victoire aus:








    Der Einbau der vorderen Abläufe ging sehr schnell, da könnte man gewiss auch drauf warten wenn der Termin gut in der Werft abgesprochen ist. Die hinteren Rohre einzulaminieren dauert länger, da müsste das Boot schon dort verbleiben. Der nachträgliche Austausch der hinteren Rohre hat aber auch sehr gut funktioniert, ist absolut nix von zu sehen.

    Schön bei der Lösung der hinteren Kugelhähne ist dass entweder sicher geschlossen oder sicher geöffnet ist. Bei den Gummibällen ist das schwieriger, da das Gummi nachlässt und die Bälle beim Öffnen nicht selbst aus dem Loch raus gehen.

    Auch super ist dass die Hähne wohl ewig halten werden da schön UV-geschützt. Falls doch mal ausgetauscht werden muss, ist das ganz einfach per Drehverschluss möglich und die Teile sind auch nicht teuer (ich meine es wären für 2 Stück 60 EUR).


    Peter Gade

    Bitte auch für den Umbau auf die Kugelhähne hinten mal einen Preis nennen. Danke

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P