Friesland 2020 mit neuem Boot und kleinem Kind

  • Hallo zusammen,


    nachfolgend möchte ich euch einen kleinen Eindruck von dem ersten Urlaubstörn mit unserer neuen LIS Family geben.


    Ich habe mir vor dem Bau der LIS viele Gedanken gemacht wie das Boot sein muss um damit auch Urlaub machen zu können anstatt nur auf der Talsperre im Sauerland zu segeln. Entsprechend wurde ein XXL-Schwert angefertigt (breiter und schwerer) und auch Fenster zum Öffnen (mit Fliegengittern) verbaut.


    Nun war es endlich soweit, Sommerferien aber leider ohne meine Frau (wegen Kurzarbeit kein Urlaub mehr) und das Wetter war auch noch wechselhaft. Mein Sohn (gerade 6 Jahre alt geworden) sollte am 13.08. eingeschult werden, deshalb blieb noch etwas Zeit den Urlaub etwas zu verschieben um auf besseres Wetter zu hoffen.

    Und das war gut so! Schließlich sind wir am 29.07. los nach Heeg und haben dort das Boot geslippt. Wir waren voller Vorfreude! Komisch war’s trotzdem … alleine mit kleinem Kind, auf einem neuen und für das Revier extrem kleines (und vielleicht bedingt taugliches) Boot, bei „Schaukelsommerwetter“ und dann noch das Boot alleine slippen auf aufriggen.


    Bisher haben wir immer gechartert da das vorherige Boot (Dyas) nicht zum Übernachten geeignet war und da der Aufwand auch viel größer gewesen wäre. Jetzt mit Corona und Sommerferien wurde aber direkt klar dass das eigene Boot das ganze entspannter macht. Die Charteryachten sind alle ausgebucht und damit wäre auch ein warten auf gutes Wetter nicht möglich gewesen. Außerdem sind die Preis in den Sommerferien auch nicht gerade günstig.


    So hatten wir auch zeitlich keine Vorgabe, nur eine Begrenzung auf maximal 2 Wochen (wegen Urlaub). Ich hatte mal gedacht so ohne die Mama wird es nach so 5 Tagen vielleicht reichen, was auch ok gewesen wäre. Für meinen Sohn war es aber super spannend und das Wetter war die ganze Zeit so perfekt, dass wir am Ende 11 Tage gesegelt sind und dann wegen Urlaubsende aufbrechen mussten.


    Es hat sich als richtig herausgestellt keine feste Route zu planen. Wir haben uns mehr nach dem Wind gerichtet und entsprechend über die Seen "treiben" lassen. Folgende Orte haben wir abgesegelt: Heeg, Woudsend, Terherne, Akkrum, Lemmer, Sloten, Stavoren, Echternerbrug, Oosterzee, Balk, Koudum.


    Insgesamt war es eher Vorteil als Nachteil mit einem so kleinen Boot zu fahren. Einige Häfen waren voll und gesperrt, wir durften immer noch reinfahren und haben auch immer noch Platz bekommen. Bei gutem Wetter hält man sich sowieso nicht in der Kajüte auf und zum Schlafen reicht die allemal.


    Letztes Jahr auf einer Fox 22 hatte mein Sohn noch öfter Angst bekommen. Diesmal nicht einmal. Auch ich habe mich auf der LIS sehr sicher gefühlt. Toll ist dass auch bei stärkerem Wind kein Spritzwasser in die Plicht kommt und die Hose immer trocken bleibt 8)


    Ich kann nur jeden ermutigen bei passendem Wetter einmal (sofern Kajüte vorhanden) mit der LIS eine Tour zu machen. In Friesland stimmt dazu auch noch die Infrastruktur (Spielplätze, Häfen, viele Ausweichmöglichkeiten bei Starkwind, Werften und Ausrüster, Supermärkte und Restaurants in jedem Ort).



    Abschließend kann ich von der ersten Tour einige positive und negative Dinge beim Tourensegeln mit der LIS festhalten:


    + trockenes Segeln

    + einfaches Handling und geringe Kräfte

    + kaum Abdrift (viel besser als Falk oder Fox)

    + gute Polster und viel Platz zum Schlafen

    - Backskistendeckel

    - keine Verstaumöglichkeit für Schott und Tisch

    - originale Reffmöglichkeit mangelhaft (komplett ersetzt gegen Reffhaken)



    Wir freuen und jetzt schon auf die Tour nächstes Jahr :thumbsup:

  • Tach auch,

    da ist mir dieser sehr schöne Bericht doch "dadurch gegangen". Also mit Verspätung mal die Daumen hoch für die Beschreibung, die Lust auf Meer (im niederländischen Sinne) macht. Lemmer habe ich auch ohne Bildtitel erkannt - als wir 2019 da waren, konnten wir an der Mole mit einer Bavaria noch anlegen.

    So langsam geht die Saisonvorbereitung in die heiße Phase. Eine Frage daher an euch: Habt ihr eine Verdunklungsmöglichkeit für die Fenster? Ich überlege noch, wie man das sinnvoll lösen könnte.


    Viele Grüße und immer die Handbreit Wasser unterm Kiel.


    Elmar

  • Hallo,


    schön dass sich hier mal jemand meldet :)


    Ich kann die Saison auch kaum erwarten, die nächste Tour in Holland ist schon fest eingeplant: Dieses Jahr für 3 Wochen in den Sommerferien (inzwischen ist mein Sohn in der Schule).


    Zu der Frage der Verdunkelung: Ich habe die LEWMAR-Fenster, da haben wir passende Fliegengitter und eine Verdunklung.


    Das Steckschott ist aber auch aus Plexiglas und da haben wir einfach immer ein kleines Handtuch oben mit der Klappe eingeklemmt.


    Für die Abdunklung der Fenster kann man sich auch gut ein Netz drüber machen und dort Klamotten einlagern (optisch nicht schön aber praktisch): Netz


    Zur Not geht auch sehr gut Alufolie. Mitleidige Blicke zieht man in den großen Yachthäfen eh immer auf sich wenn man dort mit der Lis liegt, da kommt es auf die Optik ja auch nicht mehr an ^^

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende :P

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  • ....ich hatte früher für alle Fenster die praktischen, weiß überzogenen Federschnüre (Endlosfedern mit Durchmesser etwa 3 mm, außen weißer Plastiküberzug). Diese bekommt man/frau im WoMo Zubehör und sind sehr praktisch, da auf Länge abschneidbar ( im Handel auf der Rolle). Am Ende der Feder wird jeweils eine kleine Öse eingedreht und in diese Feder in Vorhänge nach belieben eingezogen.

    Das kann sowohl vor den Kajüteingang, als auch vor die Fenster gemacht werden. Die sehr kleinen Winkel , um die Leinen einzuhängen, werden mit einer Popniete gehalten. Wer dies nicht so mag: ich habe die Blechwinkel mit 2 Komponentenkleber befestigt, das hat auch jahrelang gut gehalten!

    Heute habe ich in der neuen Lis sehr dunkles Plexiglas als Fenster - da kann keiner reinschauen!


    Grüße, Harald

  • Moin zusammen,


    ich scheue mich, weitere Löcher in den Aufbau zu machen. Die Schrauben von den Handläufen zeigen schon, dass da Wasser durch kommt. Ist nicht viel, aber braun. Ok, die sind auch oben drauf, wo länger Wasser rumsteht. Darunter hat der Vorbesitzer Häkchen mit festgeschraubt, an denen man eine größere Version des Netzes fest machen kann. Ich weiß noch nicht, ob mir das auf Dauer gefällt.

    Da ich zwecks Ölen der Handläufe diese eh von Zeit zu Zeit abschrauben muss, kann ich mir das noch überlegen. Ich habe zumindest schon festgestellt, dass Kreuzschlitzschrauben in der verbauten Länge eher zu Rundschlitzschrauben werden. Man kann einfach nicht genug Druck ausüben. Ich werde mir was Kürzeres in V2A und mit Torx Kopf besorgen. Den kann man zwar auch rund nudeln, aber hoffentlich nicht so schnell.

    Im Moment sind wir wieder auf dem Rursee angekommen und ich komme nicht so oft zum Boot, wie ich möchte - und vielleicht müsste, um das mit dem Wasser zu prüfen :-).


    Zurück zum Thema Verdunklung:

    Ich hatte überlegt, Saugnäpfe aufs Fenster zu pappen und ein art "steifere" Gardine zu nähen, die die letzten zwei cm bis zum Rand dann auch abdeckt. Das Ganze hätte den Charme, dass man es auch wieder rückstandsfrei ab machen kann. Damit erzeugt man aber wieder das Problem von herumliegendem Gedöns, da die ja nicht immer dran bleiben. Also ein Minuspunkt.

    Haken innen an der Wand fest kleben hat nach Auskunft eines anderen Eigners nur so mäßig funktioniert. Damit könnte man aber eine klassische Gardine aufhängen, die da auch bleibt. Pluspunkt.


    Da es in diesem Jahr nicht nach großer Fahrt aussieht, würde ich einfach mal probieren, wie es ist, morgens mit den Hühnern wach zu werden. Meine Kids schlafen eh bei allen Umgebungslichtverhältnissen - die Pubertiere sowieso. Bin also der einzige, den das stören könnte. Vielleicht reicht dann auch so eine Augenbinde, wie man sie aus dem Flugzeug kennt... Und am See ist nicht so viel los, dass man morgens mit Publikumsverkehr rechnen muss.


    Viele Grüße


    Elmar

  • Hallo Elmar,


    ich würde versuchen wenn du die Handläufe auf dem Kajütdach mal wieder abgebaut hast, Stockschrauben in die Handläufe einzudrehen, soweit das nur noch das M-gewinde heraus schaut. Beim wieder anbringen der Handläufe, innen zu erst eine Dichtung und dann eine Karosserie U-Scheibe aufstecken. Das Ganze mit einer Hutmutter verschrauben. Vielleicht auch außen unter dem Holz eine dünne Dichtung legen.

    Müsste meiner Meinung absolut dicht sein. Die Ganze Sache aus Edelstahlmaterial damit es rostfrei bleibt.


    Gruß Hollis :irre:



    Talente finden Lösungen, Genies entdecken Probleme. :ill:

  • Hallo Hollis,


    das mit den Stockschrauben klingt gut. Aus nem Fahrradschlauch wollte ich mir Dichtungen für außen basteln. Die Hutmutter innen hat den Charme, dass ich mir nicht immer neue Verletzungen zuziehe :-).

    Das wird ein Projekt fürs nächste Winterlager. Ich sollte mir eine To-Do-Liste anlegen, damit ich nichts vergesse. In diesem Jahr habe ich den Umfang der Arbeiten auch unterschätzt - obwohl ja nur homöopathische Mengen an Holz verbaut sind. Der Klarlack auf der Motorhalterung brauchte aber auch deutlich länger als auf der Dose stand... Muss wohl an der Temperatur gelegen haben :-).

    Anbei eine Impression am Vortag des Wasserns. Jetzt aber genug Offtopic. Immerhin kann ich sagen, dass mein Jüngster mitgeholfen hat und es damit inhaltlich zum Thread passt. *hust*


    Ne schöne Jrooß


    Elmar

  • ....ich habe es etwas "dauaerhafter" gemacht.


    1. Die Handläufe - soweit diese aus Holz - mit Coelan streichen (3x). Die Vorschichten immer mit grobem Schleifpapier (ruhig 60 iger - nur Mut!) schleifen. Eine perfekte Beschichtung, die erfahrungsgemäß mehr wie 10 Jahre hält und nicht mehr verkratzt


    2. Wie im Bootsbau üblich mit weißem Sikaflex ankleben, die erwähnten Schrauben brauchst Du nur noch zum Zentrieren und anziehen, bis das Sika abgebunden hat. Hält dauerhaft bombenfest und ist garantiert wasserdicht. (Bei meinem Vorgängerboot habe ich die Handläufe nur noch mit hoher Gewalt herunterbekommen, wobei sich hier das Gelcoat vom GFK gelöst hat, aber nicht das Sika von der Gelcoatfläche!!!)


    Grüße, Harald