Hallo! - und meine erste Frage zum richtigen Führen der Fock

  • Hallo liebe Lis-ler,


    ich bin seit rund 3-4 Jahren stolzer und begeisterer Lis-Jollen-Segler: G-1334 von 1991:




    Neu bin ich hier nur als Schreibender. Bislang habe ich ab und zu gestöbert und gelesen im Forum. Ich sage trotzdem mal Hallo :). Ich segle vor allem mit meinen beiden nicht mehr ganz so kleinen Kindern in Mecklenburg im Urlaub und diesen Sommer - so zumindest der Plan - ab und zu auf dem Rursee (puhh, 2,5 Stunden Anfahrt) und in Holland (Heeger Meer)


    Warum begeistert? Das Boot segelt super bei wenig und auch bei mehr Wind, ist leicht zu trailern, mit dem 80kg Schwert, ist es sehr sicher, hat ein Vorschiff, dass sich vor Anker liegend zum Sonnen eignet, viel trockener Platz unter Deck und Platz im Cockpit (kaum ein Schwertkasten!), die Gade-Werft bietet super Suppert, uvm. Ich habe kaum etwas auszusetzen.


    Durch die leider wenigen verfügbaren Lis-Videos auf Youtube bin ich etwas ins Zweifeln gekommen, ob ich meine Fock richtig führe:


    Die erste Frage ist schnell gestellt: Die Schoten innerhalb der Wanten fahren oder außerhalb? Aktuell bevorzuge ich außerhalb.


    Die zweite Frage bezieht sich auf den Holepunkt der Fock. In einen Youtube-Video habe ich folgendes gefunden:



    Auf dem Bild ist im oberen rechten Quadranten die Fockschot durch einen Reiter geführt, der auf dem verstellbaren Holepunkt der Fock läuft (Wie nennt man diesen Reiter?). Danach geht die Schot über eine fixe Umlenkrolle und dann über eine Klemme ins Cockpit. Ich habe genau so eine lange Schiene und wusste bislang nichts damit anzufangen: Mir fehlt nämlich so ein Reiter. War beim Kauf nicht dabei. Die Schiene ist für meine Fock auch viel zu weit hinten!? Für wen oder was ist diese Schiene? Ist sie dazu gedacht, dass ich meine Fock darüber fahre und müsste ich womöglich so einen Reiter installieren oder ist das für irgendwelche andere Segel, z.B. eine Genau, die ich nicht habe. Einen noch nie benutzten Spinnaker habe ich noch im Keller.


    Ich habe bislang die Fock direkt über die Umlenkrolle geführt (Siehe Bild oben von meinem Boot). In einem anderen Video ( - bei 0:41) sehe ich, dass die Fock ganz ähnlich geführt ist, wie bei mir, nur dass sie kurz vor der Umlenkrolle noch durch eine fixe Öse geht, die bei mir überhaupt nicht existiert. Mache ich also etwas falsch? Wenn ich die Fock dicht hole, ist das Schothorn der Fock genau auf Höhe der Wanten und damit deutlich vor dem Holepunkt, wie ich ihn heute habe. So richtig flach bekomme ich das Achterliek damit nicht.


    Wie man es dreht und wendet: Keine der Lösungen, die ich bislang gefunden habe führt die Schot direkt über die Umlenkrolle so wie ich das mache. Mache ich etwas falsch?


    Danke für eure Antworten!


    Viele Grüße


    Boris



  • Hallo Boris,

    1. Die Fockschot wird bei der Lis außen um die Wanten herum gefahren.

    2. Der Fockschotholepunkt auf der Lis Jolle ist in dem Film an der Mogli gut zu sehen. Dort befindet sich ein Leitauge. In Deinem Fall kannst Du auf den Schienen jeweils eine Rolle befestigen (und über diese die Schot dann weiter durch die fixe Umlenkrolle führen). Das müßte klappen. So wie Du es im Moment machst, ist es ungünstig.

    Grüße

    Karl-Heinz

  • Hallo Karl-Heinz,


    Danke Dir!


    Ich müsste mir so einen Fockholepunktreiter kaufen. Hast du eine Idee woran ich sehen kann, was ich bestellen muss,damit das Ding auch auf die Schiene passt?


    Interesse halber: Warum ist meine Schiene so lang? Ich würde vermutlich meinen Holepunkt nicht hinter die Umlenkrolle verstellen wollen(?). Wird über die Schiene evtl noch irgendein anderes Segel gefahren? Mangels Ahnung habe ich den Spinnaker z.b. bisher nie ausgepackt. Andere weitere Segel habe ich keine.


    Danke und viele Grüße

    Boris

  • ...die Schiene ist insbesondere dann gut, wenn z.B. auch mal eine Genua gefahren wird. Die hatte ich früher mal, muss aber zugeben, dass der Zugewinn mit den mehr m2 nicht umwerfend war. Da aber naturgemäß das Unterliek bei einer Genua deutlich länger ist, wandert auch der Holepunkt weit nach hinten!


    Einen Spinnaker mit knapp 20 m2 habe ich auch und das macht richtig Spaß! Dafür brauchst Du aber Umlenkrollen, die am Heck befestigt sind und einen entsprechend langen Spinnakerbaum!

    Die Spinnakerschoten werden nicht über die Umlenkrolle der Fockschoten geführt - da reicht auch der nach hinten gesetzte Holepunkt nicht mehr aus, selbst wenn Du eine Schiene hast!


    Da die Spinnakerschoten relativ dünn sind (geschätzt 6 mm), reichen hier einfache, kugelgelagerte, kleine Blöcke von Springer o.ä aus, die am Heck (Süllrand) mit Bügeln befestigt sind!


    Hol mal Deinen Spinnaker aus dem Keller - macht bei bis zu 4 Windstärken richtig Laune und auf der Lis wird es dann absolut windstill!