Durchgekentert

  • Konnte heute zusammen mit einem LIS-Kollegen hier aus dem Forum die interessante Erfahrung machen durchzukentern .


    Kleines online Segel-Projekt und virtuelle Heimat der Lis-Jolle Mogli:

  • Das würde ich unter Pleiten, Pech und Pannen abhaken. :titter:
    Das ist Millionen Jollenseglern schon passiert.
    Ich habe schon Bilder von Jachten gesehen, die in einem ähnlichen bedauernswürdigen Zustand waren :(


    Solang Du Jolle segelst besteht immer das Risiko zu kentern.
    Durchkentern tun Jollen nur, wenn Du nicht schnell genug auf dem Schwert bist. (was hälst Du von Bewegungsgymnastik?)


    Wenn Du Styro im Mast hast, dann gibt es eine Auftrieb um den Effekt zu verhindern.
    Steht auf dem Rumpf der Wind, dann drückt er gegen den Rumpf und das Durchkentern ist wahrscheinlicher. :( :o :( :o
    Also Bug in den Wind ziehen - erleichtert das Aufrichten, da dann der Wind unter das Segel drückt! ;)

  • Wenn man vom Bluterguß und dem gerissenen Ausreitgurt absieht, war das -auch für mich- eine "tolle" Erfahrung, wenngleich ich froh war, dass wir in dieser Situation (für mich "das erste Mal") zu zweit waren. Besonders beeindruckt hatte mich die Wucht der Böe. Und: es ging -als es kritisch wurde- viel zu schnell: durch Ausreiten hätten wir ein Kentern verhindern können, aber soweit sind wir gar nicht mehr gekommen. Es war gefühlt, wie das Ausblasen der Geburtstagskerzen auf der Torte. Die Optis in 200 Meter Entfernung sind umgefallen wie Dominosteine.
    Sowohl Wetter-,als auch Windbericht hatten das nicht erwartet
    Das Wichtigste war sicher, die Schoten -wenn auch zu spät- loszuwerfen. Nur, danach sind wir -im Glauben, dass ein Durchkentern nicht passieren wird- wie in Schockstarre zu lange im Boot "gestanden" (die Segel hatten schon das Wasser berührt) und haben die Lis dadurch weiter nach unten gedrückt, während der Wind von hinten für den letzten Dreh gesorgt hat.


    Da war eine gute Portion Adrenalin im Spiel :freude: .


    Für mich bleibt die Erkenntnis, dass selbst ein Durchkentern mit der Lis kein Problem ist, weil sie sich -wenn man den Hebel (die Hände ans Schwert und die Füsse auf den Süllrand) richtig ansetzt- ohne fremde Hilfe wieder aufrichtet.

    wo ich bin, ist Lee ( (c) by Hollis )

  • @Wolfgang


    Ist bestimmt bei der Jolle nicht so ungewöhnlich, aber da es das erste Mal war, war es doch ziemlich aufregend ;) ... und auf jeden Fall gut, dass es jetzt mal passiert ist, das nimmt mir so ein wenig die Sorge wie das dann wohl ist (ausser ziemlich nass).


    Das mit dem Aufrichten ging echt gut wie von Jürgen beschrieben und Bug in den Wind drehen wäre sicherlich schlau gewesen, dafür fehlte uns glaube ich etwas die Ruhe und Erfahrung. Der Bluterguss war eigene Blödheit :D ... und der Ausreitgurt im Prinzip auch, aber der wird die Woche fix wieder gefixt.

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  • Spannend, wie immer, wenn Mogli was erzählt.


    Warum sollte eine LIS nicht Durchkentern? Mit dem Ballastschwert hat man zwar etwas mehr Stabilität, das wars aber auch schon. Der ausgeschäumte Mast bringt doch fast nichts.
    Durch die Seitentanks schwimmt die LIS ja relativ weit auf. Dadurch ist es finde ich sogar etwas schwieriger, nach oben und auf das Schwert zu klettern. Vor allem aber muss der Zweite im Grunde gleich abspringen. Denn bleibt er im Boot stehen/hängen dreht er die LIS eher noch weiter rum. Trotzdem finde ich ist die LIS selbst beim Kentern wirklich sicher.


    Ein Schluß bei mir war allerdings, das man der Dichtung vom Kajütschot etwas Aufmerksamkeit widmen muss. Im Grunde sollte das wirklich rundum dicht sein. Denn wenn da Wasser reinläuft (Jollenkreuzer) ist nicht nur Ausrüstung nass, sondern man bekommt das Wasser mies wieder raus.

    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240:

  • Nun ja, das hier steht z. B. in der Bootsbeschreibung hier auf der Seite :)


    Zitat

    Außergewöhnlich gut ist das Kenterverhalten der Lis-Jolle. Bei Kentertests müssen sich zwei Mann auf die Seite stellen und einer sich in die Wante hängen. um das Boot umkippen zu können. Nach dem Kentern genügt es, dass sich ein Schwimmer ans Schwert hängte, um die Jolle wieder aufzurichten. Sie schwimmt so weit auf, dass beim Kentern kein Wasser ins Cockpit läuft. In einem weiteren Kenterversuch wurde mal probiert, die Lis-Jolle zum Durchkentern zu bewegen. Dabei drückte man den Masttopp gut einen Meter unter Wasser. Sie drehte sich nicht auf den Kopf.


    Ist denke ich sicherlich kein großes Thema für alte Jollensegler-Hasen ;), ich fand es schon ziemlich aufregend und eine spannende - und im Nachhinein gute - Erfahrung.


    Was das Abdichten der Stauräume angeht kann ich nur zustimmen. Im hinteren Stauraum hat mein Vorgänger seitlich ein kleines Loch in den Deckel gemacht , ich vermute mal für einen Benzinschlauch. Da hatte ich ein kleines Aquarium drin danach, zumal da ja auch kein Wasser ablaufen kann. Vorne ist bei mir die Gummidichtung schon recht "fertig", die werde ich denke ich mal im Winter ersetzen und ich habe noch ein paar kleine Löcher im Boot durch den Austausch von Beschlägen ... die werde ich wohl auch mal abdichten :D. Das Wasser aus dem Boot zu bekommen war aber kein Problem, wenn man noch jemanden hat, der sich ganz vorne aufs Deck stellen kann, so dass das Wasser aus dem Doppelboden auch nach vorne läuft.


    Ich habe ja aus alten Surfer-Zeiten noch einen Neopren-Anzug, evtl. raffe ich mich ja im September mal auf wenn ordentlich Wind ist und probiere das nochmal aktiv aus mit dem Kentern :)

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  • Moin Moin,


    nimm es mir nicht krum, aber: Endlich mal wieder eine gekenterte Lis. :)


    Es ist alles richtig, was man so liest.
    Habe es auch alles selbst ausprobiert. Ich habe es nur nicht geschafft durchzukentern :frown:


    Der Unterschied ist, das du bei dem manuellen Versuich die Jolle zum kentern zu bringen meistens den Schwung, den dir der Wind verpasst, dabei nicht hast.
    Zweitens, sorgt natürlich das Geröddel was du im Boot hast, auch dafür das es bei einer Kenterung der Schwerkraft folgt und gegen das Aufrichten arbeitet.


    Ich finde es auch wichtig, dass die Segler wissen, dass auch eine Lis kentern oder sogar durchkentern kann. Das kann JEDEM Boot passieren.
    Allerdings ist nun hinlänglich bekannt und belegt, dass die Lis sehr kippstabil ist und der Lis JK nur sehr schwer durchzukentern ist, da die Kajüte (sofern abgeschlossen und dicht) für ordentlich Auftrieb sorgt.


    Für mich schön zu lesen, dass es wieder aktive Lis-Jollensegler gibt -die auch das Kentern nicht scheuen. ;)


    VG

    Wer aufhört zu träumen, hat aufgehört zu Leben. (unbekannt)