Wendewinkel

  • Hallo zusammen,
    mir war schon immer aufgefallen, dass ich nicht so hoch an den Wind heran segeln kann, wie andere Boote. In der letzten Woche habe ich dann mal gemessen. Der Wendewinkel lag bei Windstärke 2-3 (böen bis5) meist bei ca. 120 Grad. :? .Das ist dann gegenan richtig Arbeit. Ist er bei der Family mit 80 kg Schwert und ca. 12 jahre alten Segeln wirklich so groß, oder habe ich grundsätzliches falsch gemach?. Vieleicht weiß ja jemand Rat.
    Grüße aus dem Münsterland
    Ralf :choir:

    Grüße aus dem Münsterland

    Ralf

    G 1463

  • Das halte ich für normal/wie erwartet.
    Wir haben einen JK mit 30kg Schwert und neuen Segeln. Der dürfte etwas besser laufen.. Mit der Fock kalkulier ich da kaum unter 100°, eher 100-110. Unter Genua, mit einem flinken Vorschoter und gutem Wind wirds auch mal weniger, wie man auf dem Track im Anhang sieht (wobei bei dem Abschnitt auch die Dreher recht günstig ausfielen). Ich denke aber, dass die Erneuerung des UW-Schiffs bei unserem JK die LIS in der Wende weniger Fahrt verlieren lässt und somit noch ein paar Grad mehr gehen.

    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240:

  • Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, dass der Wendewinkel auch stark von der Vorliekspannung oder der Dehnfähigkeit des Lieks/Fall der Fock
    abhängt.




    In meinen Anfangstagen habe ich mich auch damit rumgeschlagen (Höhe am Wind).
    Abhilfe brachte der Einbau einer Unterstützung unter Deck. Was naturgemäß bei einem Kreuzer eher weniger toll zu machen ist (Deck- oder Maststütze nachträglich einbauen).


    Die Lis (aber auch andere Boote) kommt ohne Fock meist schlecht oder garnicht durch die Wende. Je weniger Vortrieb also die Fock liefert (niedrige Vorliekspannung, bei mittlerem Wind "ausgelutschte" Achterliek, Holepunkt "falsch" montiert ...) desto schlechter wird auch das Wendeverhalten. Ich bin schon bei frischem Wind mit eingerollter Fock (weil der Wind halt recht stark und ich allein an Bord war) in der Wende stehen geblieben. Habe dann die Fock auf Taschentuchgröße stehen lassen und dann ging es besser.


    Bei den Jollenkreuzern kann auch bedingt durch den Aufbau die Fock nicht so dicht geholt werden wie bei den Jollen (wenn die Schot innerhalb der Wanten gefahren wird).
    Die Lis ist echt kein Racer aber ein sehr guter Kompromiss zwischen Spaß und Sicherheit.



    Gruß


    Udo

    Wer nicht auf Sand bauen will, nimmt einfach die Steine die man ihm in den Weg legt. :versteck:


  • Vielen dank für die tollen Hinweise :) . Jetzt erst einmal Gedanken darüber machen ob und was ich verändere. So hat man immer etwas am Boot zu tun. Die Grafik von Horstj finde ich ganz spannend. Wer hat denn da so optimistisch gerechnet ;) ?
    Viel Grüße aus dem Münsterland
    Ralf :choir:

    Grüße aus dem Münsterland

    Ralf

    G 1463

  • Hallo,
    wie bestimmt Ihr den Wendenwinkel?
    Reicht es den Winkel "hoch am Wind" vor der Wenden und nach der Wende auf dem Kompass/GPS abzulesen und von einander abzuziehen?

  • Im Prinzip ja. Da man aber immer Winddreher, Abweichungen beim Steuern, mal besser mal schlechter wendet und Boote meist eine bessere und eine schlechtere Seite haben macht man am besten einige Wenden hintereinander und misst dann den GPS Track aus.

    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240:

  • Hallole,


    etwas Futter für die Winkelmathematiker. Da am Wochenende ideale Bedingungen bei wenige Welle und ordentlich Wind auf dem Sneekermeer waren hier mal wieder Tracks.
    Immer 5-6Kn Fahrt, aber einhand und mit Reff im Groß. Eckiger habe ich zumindest nicht hin bekommen. Beim Kringel wars zu flach :D


    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240:

  • Mal was anderes, was mich als ambitionierter Segelanfänger (heute bei 5-6 Bft. mit großer Begeisterung gesegelt!) interessieren würde, zwar nicht direkt zum Thema "Wendewinkel",
    sondern eher "Halsewinkel" ;-)


    Die Lis Family hat ja nach hinten gepfeilte Salinge, und die Wanten gehen deutlich achtern hinter dem Mast am Rumpf in die Püttinge. Wenn man nun Raumschot oder sogar Vorwind-Kurs (ggf. sogar per "Schmetterling") segeln möchte/muss (z.B. in einer schmaleren Bucht, in die oder aus der der Wind direkt bläst), gibt's mit der Fock ja kein Problem, aber das weit aufgefierte Grosssegel liegt ja sehr bald an Salingen und Wanten auf. Unter stärkerem Wind dürfte dadurch das Segel ziemlich belastet werden, dass es gegen Salinge und Wanten gedrückt wird? Oder verteilt sich der Winddruck so auf das Segel und entlang der Wanten, dass das Segel nicht übermäßig beansprucht wird? Oder sollte man eher durch "im Wind kreuzen" überhaupt versuchen zu vermeiden, auf einen Vorwindkurs zu segeln, bei dem das Groß gegen Salinge und Wanten gedrückt wird?


    Für Tips und Tricks wäre ich wie immer sehr dankbar!


    Gruß
    Skipper64

  • Hallole,
    Groß am Want ist eigentlich bei allen achterstagslosen Riggs so. Bei der LIS fällts etwas mehr auf.Werden die Segel älter bildet sich da in der Regel auch ein Strich, ohne dass ich aber sagen würde, dass das Segel dann nicht auch im Ganzen gealtert ist. Niederholer dicht hilft noch etwas. Raumschots kreuzen lohnt erst mit Gennaker oder teilweise mit Spi, wenn es um Geschwindigkeit nach Lee geht.
    Um es Raumschots etwas einfacher zu haben, nutze ich den Spibaum als Ausbaumer für die Fock (die Länge passt für beides) oder eben den Spinnaker.


    Washatndasmitwendewinkel zu tun? :D

    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240: