Yardstick mit Genua resp. Spi?

  • Hallo,


    die Lis ist ja nach Klassenvorschrift ohne Genua resp. Spi vorgesehen, dementsprechend der Yardstickwert auch (Jolle: 118).
    Nun möchte ich auf unserer Clubregatta (Yardstickwertung) mit Genua resp. Spi segeln, müsste also ein entsprechendes Gentemen-Agreement treffen.


    Hat schon jemand Erfahrung, was reele Yardstickzahlen für eine Lis-Jolle mit jeweils
    - nur Genua
    - Genua + Spi
    - Fock + Spi
    sind resp. sein könnten.


    Danke.


    Grüße


    Stefan
    (Babelfisch, GER 538)

  • Hallole,
    so etwas hatte ich mich auch schon gefragt. :?:


    Ich würde mit Genua eigentlich einen deutlichen Vorteil von vielleicht 2 YS Punkten sehen. Mit dem relativ großen Spi ebenfalls 2 YS. Wenn beides genutzt wird dürften sich die Vorteile allerdings nicht voll addieren, weil beides auf raumen Kursen zu fahren oft nicht richtig geht bzw. keinen weiteren Vorteil bringt, also vielleicht 3 YS. Das würde auch den Empfehlungen vom DSV entsprechen.


    "Eigentlich" steht dafür, dass der Vorteil je nach Revier sehr unterschiedlich zum tragen kommen kann. Auf langen Strecken bringts mehr, auf engen Binnenrevieren ist evtl. auch nur 1 YS Punkt sinnvoll.


    Macht als Vorschlag:
    LIS mit Genua oder Spi 116, LIS JK mit Genua oder Spi 117
    LIS mit Genua und Spi 115, LIS JK mit Genua und Spi 116.


    hope this helps

    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240:

  • Moin Zusammen,


    was das Thema YS und Genua angeht, glaube ich nicht das es in Verbindung mit dem Fahren einer Genua auf Regatten in Summe zu einer Verbesserung führt.


    Meine Erfahrung ist, dass die Genua nur auf raumen bis max. halben Winden zu einer leichten Erhöhung der Geschwindigkeit führt, aber auf der Kreuz zu viel Krängung und Abdrift verursacht.
    D.h. das m.E. nach eine gut geschnittene Fock zu Regattazwecken einer Genua deutlich vorzuziehen ist. Somt wäre eine Änderung der Yardstick in beiden Fällen nicht nötig.



    Änderung der YS durch den Einsatz eines Spi.
    Ich denke, dass wird schwierig zu ermitteln.
    Es gibt noch zu wenig die die Lis mit Spi segeln und dann noch weniger die es unter Regattabedingungen tun.


    Aber, ich würde mich über jeden Erfahrungswert freuen, damit wir diese Infos dann auch an den DSV weitergeben können.

    Wer aufhört zu träumen, hat aufgehört zu Leben. (unbekannt)

  • Servus,


    die Erfahrung, dass die Genua kaum was bringt, als mehr Abdrift, kann ich nicht mit meiner Erfahrung in Übereinstimmung bringen.
    Allerdings: Für mich ist die Genua auch ein Leichtwindsegel(!), welche ich bis ca. max. 3 Bft einsetze. Bei mehr Wind ist zuviel Wind in den Segeln und dann habe ich wirklich zuviel Krängung, zu viel Abdrift, zu viel (Kenter-) Streß und zu wenig Spaß. Damit stimmt auch wieder, was Ilmen geschrieben hat.


    Mein Eindruck ist aber, dass bei wenig Wind (1-2 Bft, knapper 3er) die Genua schon mehr Vortrieb bringt und die Krängung/Abdrift zu vernachlässigen ist. Also eine Yardstickveränderung eintritt. Den diskutierten 1 Yardstickpunkt würde ich mitgehen.


    -> Wer wäre in 2014 mal dabei einen Test zu machen? Also mal Lis gegen Lis zu segeln und das einfach mal auszuprobieren?* Wäre doch ein toller Spaß.


    CU auf der boot


    Gruß


    Stefan
    (Babelfisch, GER 538)


    * (vielleicht liest einer von den Langenern mit) am Langener Waldsee gibt's ja genug Lis , dann käme ich mal rüber vom schönen Main

  • Moin.
    Ihr habt Recht. Ich habe keine Windgeschwindigkeit mitgeteilt. Meine Erfahrungen mit der stärkeren Abdriften etc. beziehen sich auf > 3BF ohne auszureiten. Das wäre auch widerrum gegen die Klassenvorschriften. ;-)


    Ich würde einen Wettkampf sofort mitmachen.


    Langen oder Wanneperven dieses Jahr?


    Gruß

    Wer aufhört zu träumen, hat aufgehört zu Leben. (unbekannt)

  • Hi,


    was meinst Du mit "ohne auszureiten", Du meinst ohne im Trapez auszureiten (also "draußen vor der Tür" zu stehen)?
    Aber warum soll das resp. das Ausreiten an sich gegen die Klassenvorschrift sein? --> Aber da mache ich gleich einen extra Thread auf, Antwort dann bitte dort.


    Grüße


    Stefan
    (Babelfisch, GER 538)

  • Mal sehen, ob es noch jemanden interessiert :cheesygrin:


    Zumindest wenn man den von der Werft vorgeschlagenen Spi mit 15m² nutzen will, muss man beim Yardstick gentlemanlike etwas mehr angeben. Wie auch hier nachrechenbar rutscht die LIS formal dann auf einen flotten Yardstick von 105/106 :shock:
    Das ist natürlich je nach Revier und Kurs so und so zu sehen.

    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240:

  • na, interessiert schon noch.


    Den zitierten Yardstickrechner würde ich hier nun nicht heranziehen wollen. In die Geschwindigkeit einer Jolle hängt ja noch von ein paar anderen Werten als den dort zu erfassenden ab, insbes. wie schnell sie in's Gleiten kommt. Und letzteres ist ja nicht nur vom Bootsgewicht, sondern auch von der Rumpfform abhängig.
    Soweit ich den "Rechner" verstehe, ist dieser für reine Verdrängerboote (also Kielboote) gedacht.
    So oder so lässt sich YS nicht errechnen, da der YS-Wert auf Erfahrungswerten beruht.


    Aber alles in allem gebe ich Dir in einem recht: Die Verwendung eines Spi dürfte mehr als nur -1 Punkt Vergütung ergeben.
    Nur die Frage: wieviel YS-Punkte?


    Lasst uns das mal aussegeln...


    Viele Grüße


    Stefan
    (GER 538, Babelfisch)

  • Hallole,


    der Einwand zum Yardstickrechner stimmt im Prinzip. Auf den typischen Binnenrevieren, auf denen die LIS so unterwegs scheint, dürfte Gleitfahrt allerdings auch sehr selten sein. Daher auch mein Hinweis auf "so und so". Typische 5m Gleitjollen haben bei kleinerem Spi aber auch deutlich niedrigere Yardsticks von wenig über 100.


    Mir ging es vor allem auch darum, dass der Spi an der LIS ein deutlcher Spassfaktor ist. Eben weil er relativ groß ist und den Vorwind Kurs deutlich beschleunigen kann. Das sollte sich halt auch im YS niederschlagen.

    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240: