Auftriebs-Seitentanks

  • Liebe Lis'ser/innen,
    bei uns ist heute am See eine Seahorse richtiggehend "abgesoffen", nachdem sie am Steg gekentert wurde, um etwas am Masttop zu reparieren. Wasser lief dann über die Seitendecks ins Boot, aber dann muss wohl der Doppelboden oder sonstige Auftriebsräume undicht gewesen sei, oder was auch immer, und das Boot sank langsam aber stetig übers Heck und liegt nun tief am Seegrund. Immerhin geschah die "Kenterung" am Steg, und nicht mitten am See, wo der Untergang vermutlich dramatischer für die Crew ausgegangen wäre.
    Was hat das mit der Lis zu tun ? Wenn ich meine Lis am Steg für Basteleien am Mast kentere, läuft immer etwas Wasser - relativ wenig - über die Seite im vorderen Bereich rein, wo die Verklebung von Rumpf und Deck nicht mehr ganz dicht ist, und das ich dann wieder relativ schnell mit dem Schwamm lenzen kann. Aber: Kann man sicher sein, dass nicht auch etwas Wasser an einer undichten Verklebung von Deck und Rumpf in die Seitentanks läuft, die als Auftriebskörper dienen? Kann man das irgendwie prüfen, ohne ein Inspektionsluk einzubauen ? Hat da jemand Erfahrung ?
    Viele Grüße und immer eine Handbreit ...
    Robert

  • Hallole,
    interessante Frage, ob man Feuchtigkeit in einem GFK Hohlraum von aussen messen kann. Dont know.
    Rumpf/Deck Verklebung LIS: halte ich im vorderen Bereich und am Heck für beachtenswert. Am Spiegel war unsere auch schon mal gelöst und wurde nachgeklebt. Ganz unproblematisch. Am Vorschiff würde ich auch hohe Belastungen vermuten. Direkt seitlich an den Sitzduchten entlang eher nicht. Die Hohlkörper enthalten wohl Styropor (wie der original Mast). Auch mit einem Loch im Seitentank sollte der Auftrieb also erhalten bleiben. Da das Deck ja einen überhängenden Rand hat (sieht man hier im Video gut: ) kann man ein Lösen der Verklebung leider nur sehr schwer/gar nicht frühzeitig sehen. Dafür hat man einen schön robusten Stoßrand aussenrum.
    Viel Wasser könnte man auswiegen, vermutlich auch hören. Wenig Wasser/Feuchtigkeitm wohl nur durch eine Bohrung entdecken und ablassen. Die kann man ja auch nach vorne/innen anbringen.


    Edit: wurde gerade aufgeklärt, dass schon einfache Protimeter wohl 10-20mm Eindringtiefe in GFK haben. Somit kann man die Feuchte auch in den Seitentanks ja problemlos von aussen messen.


    P.s. die Sailhorse hat doch eigentlich einen Doppelboden als Auftriebskörper?

    Bootsblog und Refit Log LIS Jollenkreuzer G1240:

  • Hallo horstj,
    Sorgen, dass mir die Lis untergeht, habe ich eigentlich auch nicht, dank dem Styropor in den Seitentanks und dem Auftriebskörper im Vorschiff.
    Mit dem Protimeter ist eine gute Idee, mal sehen, ob man das Teil irgendwo leihen kann.
    Die Sailhorse und Seahorse haben wohl einen Doppelboden, sehr groß sogar, aber das macht das relativ schnelle "Absaufen" ja gerade so gespenstisch. Anscheinend ist der Doppelboden aber leer, sodass bei einem Leck dort das Wasser eindringen kann, das die Luft irgendwo rausdrückt. Die untergehende Seahorse hat denn auch genug Luftblasen an die Oberfläche gelassen, als sie unterging. Das Boot ist wegen des Hubkiels natürlich auch ein paar kg schwerer als die Lis, was das Abtauchen beschleunigt.
    Und Seepferdchen sind ja ohnehin eher unter Wasser unterwegs (wer den Schaden hat ...)
    Zur Sicherheit kann man bei der Lis bestimmt ein paar Styroporplatten als zusätzlicher Auftrieb unter den Plichtboden packen, dann hat man im Fall des Falles auch weniger zu pumpen.
    So long,
    Robert

  • Hallo zusammen,


    ich möchte hier nur kurz zu meinen gemachten Erfahrungen zum Thema Seitentanks berichten.
    Bei Arbeiten am Masttop -Verklicker wieder gerade biegen oder Kamera aufstecken usw.- legen wir unsere Jolle häufiger auf die Seite. In die Plicht kommt dann kein Tropfen Wasser, weil der Auftrieb von einem Seitentank alleine schon genügt, dass das Boot mit 30kg Schwert hoch aufschwimmt.


    Bei einer Regatta hatten wir das zweifelhafte Vergnügen mit einer Jolle durchzukentern. Das Schott vorne hatte keine Dichtung an diesem Leihboot.
    Mit uns an Bord lag die Ducht daher unterhalb der Wassserlinie. Die fehlende Dichtung und ein mögliches Leck in der Verklebung ließen das Vorschiff recht schnell absacken.
    Nachdem wir das Schiff wieder aufgerichtet hatten, trieb es mit uns beiden an Bord aber immer noch an der Oberfläche. Lenzen ging schwerlich, da immer wieder Wellen überkamen.
    Ich kann aber nicht sagen ob die Seitentanks undicht waren.


    Wir segeln bei Kentergefahr daher stets mit geschlossenem Schott. Das Schott ist zwar nicht zu 100% dicht aber es verschafft eine Menge Zeit.


    Bei einer Wanderfahrt wäre die Situation ein wenig verschärfter. Beladen bis unter die Deckskante hat das Boot sicher Übergweicht. Daher haben die meisten meiner Ausrüstungsteile hohe Lufteinschlüsse. Wasserdichten Packsäcke und Fässer fungieren dann eher als Auftriebkörper.


    Stets ne Handbreit ....


    Udo

    Wer nicht auf Sand bauen will, nimmt einfach die Steine die man ihm in den Weg legt. :versteck:


  • ... wer ein paar Fotos von der gesunkenen Seahorse sehen möchte, sei auf verwiesen ("How to mount a Verklicker").
    Also Udo, wenn Du wieder den Verklicker an Deinem Boot checken willst, schau Dir mal die Vorgehensweise dort an (ob das aber mit der Lis praktikabel ist, wäre noch zu klären ..., ist ja auch als "ladylike" betitelt, also wohl doch nichts für Jungs)
    Gruß & Handbreit
    Robert